DGI Kongress in Dresden: Keine Altersgrenze für Zahnimplantate
Implantate erhalten Lebensqualität. Die Verankerung einer unteren Totalprothese mit Implantaten kann die Schrumpfung des peri-implantären Knochens verlangsamen, die Kaueffizienz signifikant steigern und somit indirekt sogar einen positiven Einfluss auf die Ernährung haben. Auch die Kaumuskeln werden durch die erhöhte Kauaktivität besser trainiert. Das belegen Untersuchungen von Professor Müller und ihren Kollegen. »Aus der Literatur ergibt sich keine Altersgrenze für die Insertion von Implantaten, die Überlebensraten sind gleich oder sogar besser als bei jüngeren Patienten«, sagt Müller. Allerdings sollten nach Meinung der Expertin die klassischen Kriterien für einen Implantaterfolg überdacht werden, da alte Patienten möglicherweise nicht mehr mit einer »komplizierten« Deckprothese zurechtkommen. Wenn Implantatpatienten zum Pflegefall werden und die Mundhygiene nachlässt kann auch dies Probleme verursachen. »Darum sollten Behandlungskonzepte unbedingt reversibel sein«, fordert Müller.
In Deutschland sind in der Altersgruppe zwischen 65 und 74 Jahren 22 Prozent der Senioren zahnlos. Multimorbidität ist häufig. Der damit verbundene Medikamentenkonsum kann Mundtrockenheit verursachen und damit Sprach-, Kau- und Schluckprobleme sowie Probleme mit dem Sitz der Prothese. Schrumpft der Kieferknochen, entstehen besonders im Unterkiefer oft anatomisch ungünstige Verhältnisse. welche die Verankerung einer Totalprothese erschweren. Weil im Alter auch die muskuläre Koordinationsfähigkeit nachlässt, fällt den Menschen zudem auch die