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Aus Anlass des heutigen 5. Europäischen Patienten-rechtstages haben sich Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und die Bürgerinitiative Gesundheit DGVP e.V. (DGVP) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit aktuellen Fragen zu Patientenrechten in Deutschland und Europa beschäftigt. Aus ihrer Sicht ergeben sich aus den europäischen Vorgaben wichtige Punkte, die auch für die deutsche Politik, z. B. bei der Schaffung eines neuen Patienten-rechtegesetzes, von Bedeutung sind.

DGVP: EU-Studie weist auf deutliche Mängel in Krankenhäusern hin

DGVP-Präsident Wolfram-Arnim Candidus wies auf die mangelnde Umsetzung praktischer Patientenrechte im Alltag der Patienten in Europa hin. Als Gründungs-mitglied der Europäischen Charta für Patientenrechte und Partnerorganisation des Active Citizenship Network stellte die Bürgerinitiative Gesundheit DGVP e.V. das Endergebnis einer europaweiten Studie vor. Befragt wurden Patienten- und Bür-gerinitiativen in 21 EU-Mitgliedstaaten zur tatsächlichen Umsetzung der in der Europäischen Charta verankerten Patientenrechte in großen Krankenhäusern.

Im Ergebnis zeigt die Studie, dass vor allem in deutschen Krankenhäusern im-menser Handlungsbedarf besteht. Eine zeitlich angemessene Behandlung des Patienten wird in zahlreichen Einrichtungen in Deutschland besonders kritisch beurteilt. Dies gilt auch für das Recht auf freie Arzt- und Therapiewahl. Beides sind - nach deutschem Verständnis - wesentliche Parameter bei der Beurteilung der Qualität heilberuflicher Leistungen. Als ebenfalls mangelhaft wurde in der Studie der Zugang zu Informationen sowie Transparenz von Leistungen in den betroffenen Einrichtungen bewertet. So landet Deutschland in der EU-Studie auf einem Platz im unteren Drittel der befragten 21 Nationen. „Dies ist ein Beweis für die Notwendigkeit der konsequenten Stärkung von Patientenrechten sowie der notwendigen Berücksichtigung dieser Erkenntnisse im Rahmen des geplanten Gesetzes zu den Patientenrechten“, so Candidus.

BZÄK: Wachsende Bedeutung Europas beachten und nutzen

Auf einen ganz anderen Punkt geht BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel ein: Am 28. Februar 2011 stimmte der EU-Ministerrat der "Richtlinie über die Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung" (sog. Patientenrechterichtlinie) zu. „Beispielsweise das Recht der Patienten auf eine Kopie ihrer Patientenakte, die Verpflichtung zu einer umfassenden Berufshaft-pflichtversicherung der Leistungsträger sowie Aspekte der Kostenerstattung wer-den dort geregelt“, so Engel. Aus Gründen der Kohärenz sei es erforderlich, die dort vorgesehenen Vorgaben auch im Rahmen der anstehenden Diskussionen
um das Patientenrechtegesetz zu beachten. Vor diesem Hintergrund bewertet die BZÄK das seit dem 22. März 2011 vorliegende Grundlagenpapier der Bundesre-gierung zum Patientenrechtegesetz als positiv. Befürchtungen, wonach mit einem Patientenrechtegesetz ein unnötiger Keil in die auf Vertrauen angewiesene Pati-enten/Arzt-Beziehung geschlagen würde, hätten sich nicht bewahrheitet. Wichtig sei, dass die Bundesregierung eine schlüssige Umsetzung der europäischen Vorgaben sicherstelle und so den Patienten und seine Rechte wieder stärker in den Mittelpunkt stelle. Hier sei es an der Zeit, Europa auch als Chance zu begrei-fen: „Wenn absehbar ist, dass Europa auch im Gesundheitsbereich immer mehr Einfluss bekommt, müssen wir unsere Interessen noch aktiver in Europa einbrin-gen“, so Engel.

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Viel Lob für die Arbeit des Landesverbandes Berlin-Brandenburg der Deutschen Gesellschaft für Implantologie / DGI gab es bei dessen 15. Jahrestagung am 4. und 5. März in Berlin – und damit auch für den Vorsitzenden Prof. Dr. Dr. Volker Strunz, der dem Landesverband seit seiner Gründung vorsteht. „Sie gehen an das Thema ‚kritische Auseinandersetzung mit dem Fach’ mit Selbstbewusstsein heran, dazu kann ich Ihnen nur gratulieren“, sagte BZÄK-Vizepräsident Dr. Dietmar Oesterreich in seinem Grußwort zur Eröffnung. Die Implantologie habe die Sichtweise der Zahnmedizin verändert, auch in diesem Fachgebiet stehe das präventionsorientierte Vorgehen im Vordergrund. Erwiesener medizinischer Nutzen der Verfahren zusammen mit einem für die Bevölkerung verträglichen Kostenverhältnis – hier appellierte er auch an die Industrie – sei zum Vorteil für die Patienten. Lob gab es auch von der „Mutter“: DGI-Präsident Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden betonte, dass die Landesverbände einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für die DGI als Europas größter zahnmedizinischer Fachgesellschaft seien.
Er gratulierte Prof. Strunz zur „hochwertigen Qualität des wissenschaftlichen Programms“ und sprach ihm großen Dank aus „für 15 Jahre erfolgreiches Engagement für die DGI ‚vor Ort’!“ Die DGI erweise sich auch über die Landesverbände als „ein Club von Freunden mit für jedermann transparenten Vereinsstrukturen.“

Zwischen OP-Tisch und Stammtisch

Das Tagungsprogramm „Rückblick – Augenblick – Ausblick“ lieferte ein rundes Bild über die Entwicklung der Implantologie in Deutschland. Prof. Dr. Heiner Weber/Tübingen: In den Anfängen der Implantologie sei man stolz gewesen, dass ein Implantat überlebt habe, die Ästhetik habe noch keine Rolle gespielt. „Die ist allerdings leider auch heute noch manchem Kollegen eher egal – aber es ist ein Fehler, wenn der Patient nie wieder lachen will.“ Heute sei bei Einzelzahnersatz eindeutig das Implantat das Mittel der Wahl. Für die Zukunft der Implantologie sehe er ein Fortschreiten der biologischen Medizin, insbesondere bakterielle Diagnostik, präzise Speicheltests und bio-technologische Entwicklungen im Bereich der Oberflächen. Implantologie solle mit Augenmaß angewendet, Funktion, Ästhetik und Hygiene beachtet werden. Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner/Mainz stellte Präventionsaspekte in der Implantologie heraus: Einzelzahnersatz  beispielsweise trage zum Strukturerhalt zahnloser Unterkiefer bei, auch eine Sofortversorgung könne bei der richtigen Patientenauswahl strukturerhaltend wirken. Einen Blick auf die Forschung warf Prof. Dr. Dr. Rainer Schmelzeisen/Freiburg unter der Überschrift „Stammzellen für Augmentationen. Zwischen OP-Tisch und Stammtisch“. Bisher sei es eher ein Stammtisch-Thema, da noch nicht für Praxistauglichkeit evaluiert und bisher nicht in chairside-Verfahren nutzbar. Allerdings seien die Forschungsergebnisse durchaus ermutigend. Entwicklungen im Bereich des Knochenblocktransfers stellte Dr. Dr. Roland Streckbein/Limburg vor. Von den heute möglichen Knochentransplantaten mit Gefäßanschluss habe man früher nur träumen können. Die schlechte Nachricht: „Es gibt eine unübersehbare Menge an Vorgehensweisen heute.“ Die gute: „Bei einem erfahren Behandler funktionieren weitgehend alle gleich gut.“ Für die Zukunft erwarte er präfabrizierte alloplastische Anlagerungsplastiken mit ‚biologischem Düngemittel’ wie BMP oder Stammzellen. Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden/Kassel erinnerte an ein Verfahren aus früheren Jahren, das heute bei reduziertem Knochenangebot wieder eine große Zukunft habe: die Interpositionsosteoplastik zur vertikalen Augmentation, die dazu diene, den Knochen zu verlängern, um Implantaten einen besseren Halt zu verschaffen: „Eine patientenfreundliche Ästhetik ergibt sich bei diesem Vorgehen dann fast von selbst.“ Die Chirurgie müsse die Strukturen schaffen, die der Prothetik eine gute Startbasis bieten.

 Vielfalt von Biologie über DVT bis zur Seide

Heute sei die Implantat-Überlebensrate die Meßlatte für den Behandlungserfolg, sagte Prof. Dr. Frank Schwarz/Düsseldorf, dabei spielten Infektionen wie Mukositis und Periimplantitis eine entscheidende Rolle. Vollständig regenerierte Defekte hätten ein geringeres Risiko für Periimplantitis. Ob das DVT die Zukunft der zahnärztlichen Radiologie bestimmt, war Thema des Beitrags von Dr. Edgar Hirsch/Leipzig. Erste 3D-Versuche habe es bereits 1990 gegeben, heute gebe es eine große Auswahl an Systemen auch als Kombigerät mit anderen bildgebenden Verfahren. Sein Ausblick: „In 10 Jahren gehört der Zugriff auf ein DVT zu einer gut sortierten Zahnarztpraxis – es muss aber nicht jeder ein Gerät in seiner Praxis haben. Das OPG bleibt Standarddiagnostik.“ Oralchirurgin Lena Alekian/Berlin beleuchtete das Thema Wurzelspitzenresektion. Das DVT erweise sich in kritischen Fällen als hilfreich: „35 % der apikalen Läsionen werden bei konventionellen Röntgenverfahren nicht erkannt.“ Der Misserfolg einer WSR sei aber vorprogrammiert, wenn die wahre Größe des Entzündungsprozesses vor Behandlungsbeginn nicht bekannt sei, zudem werde unnötig Knochen geopfert, der für eine möglicherweise anstehende Implantation gebraucht werde. Einen Blick in die Zukunft der Augmentation warf PD Dr. Dr. Ralf Smeets/Aachen: Heute sei man nicht nur Zahnarzt, sondern müsse auch Biologe sein, um die rund 100 verschiedenen Knochenersatzmaterialien beurteilen zu können. Insbesondere seien die Nebenwirkungen auf das Weichgewebe zu beachten: Die Blutversorgung der Zellen sei erfolgsentscheidend. Seiner Vision nach hängt die Zukunft der Augmentation an einem seidenen Faden: Als mögliche Alternative zur PerioChip-Technologie werde derzeit eine mit Zellen, Gewebe sowie Chlorhexidin beschichtete resorbierbare Seidenmembran zum Patent angemeldet.

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Parodontitis und Karies sind die Hauptgründe für Zahnverlust Zahnerhalt im Alter große Herausforderung
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Trotz der enormen Präventionserfolge der letzten zwei Jahrzehnte bleiben Karies und Parodontitis die Hauptgründe für den Verlust von Zähnen bei Erwachsenen. Das ist das Ergebnis einer Stichprobenuntersuchung auf Basis von 12.000 Beobachtungsfällen bei 600 Zahnärzten, die das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Kooperation mit der Zahnklinik Jena veröffentlicht hat.

Die Zahl der jährlichen Extraktionen ist deutlich zurückgegangen: von über 16 Mio. Anfang der neunziger Jahre auf ca. 13,4 Mio. im Jahr 2009 in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dennoch bleiben Karies bei 29,7 Prozent und Parodontitis bei 28,5 Prozent aller Fälle ursächlich für die Extraktion. Ab Mitte 40 nehmen die Zahnverluste deutlich zu und erreichen bei den 66- bis 70-Jährigen einen Höhepunkt. Mit zunehmendem Lebensalter ist Parodontitis der Hauptgrund für Zahnverlust .

Der Vorsitzende des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz, schlussfolgert aus der Studie: "Die Zahnverluste häufen sich im höheren Lebensalter und haben besondere, altersassoziierte Ursachen. Das zeigt, dass wir im Zuge der demografischen Veränderungen mehr Augenmerk auf die Alterszahnmedizin und die Versorgung älterer Menschen legen müssen. Unser Ziel ist, bei der Mehrheit der Patienten die eigenen Zähne möglichst vollständig bis ans Lebensende zu erhalten."

Auch der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar Oesterreich, sieht Handlungsbedarf: "Wir brauchen mehr Prävention und besondere Versorgungsansätze für ältere Patienten, insbesondere für jene, die zur persönlichen Mundhygiene oder zum Gang in die Zahnarztpraxis nicht mehr in der Lage sind. Gleichzeitig muss stärker über Ursachen und Folgen von Parodontalerkrankungen aufgeklärt werden, um Zahnverluste als auch die Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit zukünftig noch besser verhindern zu können."

Die aktuelle IDZ-Studie "Ursachen des Zahnverlustes in Deutschland" steht unter www.idz-koeln.de zum Download bereit.

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Der aktuell vorliegende Referentenentwurf zur GOZ ist für Zahnärzte von immenser wirtschaftlicher Bedeutung. Bislang wurde publiziert, dass er für die Zahnärzte mit einem Plus von 6 Prozent verbunden sei. Die ZA – Zahnärztliche Abrechnungsgenossenschaft eG (ZA) aus Düsseldorf hat diese Aussage statistisch überprüft.
Von den Rechnungen, die die ZA 2010 online erreichten, wurden 300 000 Privat-Rechnungen als Datenbasis herangezogen. Sie wurden auf der Grundlage des Referentenentwurfs neu berechnet. Damit sind die ZA-Auswertungen aktueller und fußen auf einer dreimal größeren Datenmenge als die bisher vorliegenden Statistiken. Die Aussagekraft der ZA-Berechnungen ist daher sehr hoch.

 

Zahnärztliche-Abrechnungsgenossenschaft-Statistik belegt, dass die Umsetzung des GOZ-Referentenentwurfs für die Zahnärzte einen Honorarverlust von 4,5 Prozent bedeutet.

Von den Rechnungen, die die ZA 2010 online erreichten, wurden 300 000 Privat-Rechnungen als Datenbasis herangezogen. Sie wurden auf der Grundlage des Referentenentwurfs neu berechnet. Damit sind die ZA-Auswertungen aktueller und fußen auf einer dreimal größeren Datenmenge als die bisher vorliegenden Statistiken. Die Aussagekraft der ZA-Berechnungen ist daher sehr hoch.

Im Rahmen der Anhörung im Bundesgesundheitsministerium zur GOZ-Novellierung hat die ZA die Ergebnisse präsentiert:

Beim Vergleich von GOZ88 und Referentenentwurf wurde zunächst jeweils der Faktor 2,3 zugrunde gelegt. Summiert über alle Leistungsbereiche ergibt sich ein moderater Honorarzuwachs von 3,2 Prozent.

Nach dem Willen des Gesetzgebers soll aber eben dieser Faktor von 2,3 in Zukunft Standard sein. Bei höheren Gebührensätzen gilt eine verschärfte Begründungspflicht. Damit wird die Möglichkeit, höhere Honorare zu erzielen, erschwert.

Bei näherem Hinsehen sind dadurch Honorareinbußen zu erwarten: Vergleicht man das bisherige Durchschnittshonorar mit den künftigen Standardhono-raren, so ergibt sich ein Einkommensverlust von 4,5 Prozent.

Besonders ungünstig für die Zahnärzte wirken sich dabei die schlechten Bewertungen der Kompositrestaurationen aus. Sie liegen in dem Referentenentwurf (Nr. 2060, 2080, 2100, 2120) bis zu 46 Prozent unter den analog berechneten Inlaypositionen 215 bis 217 zum 2,3fachen Satz.

Da diese Leistungen in den Praxen besonders häufig erbracht werden, ist der finanzielle Verlust entsprechend groß: Nach der ZA-Statistik waren über 90 Prozent der abgerechneten Inlaypositionen tatsächlich Kompositrestaurationen.

Fazit:
Die aktuellen und statistisch gesicherten ZA-Daten zeigen, dass sich die postulierten 6 Prozent Honorarsteigerung nicht einstellen werden. Vielmehr ist mit einem Honorarverlust von 4,5 Prozent zu rechnen.

Dr. med. dent. Daniel von Lennep, Vorstand der ZA eG erläutert die Ergebnisse: „Daraus ergibt sich angesichts von 23 Jahren Honorarstillstand eine große Spannweite für dringend erforderliche Nachbesserungen. Unsere Statistiken verschaffen den GOZ-Verhandlungsführern Munition für ihre Argumentation gegenüber dem Ministerium.“

Weitere Informationen:
ZA - Zahnärztliche Abrechnungsgenossenschaft eG
Dr. Susanne Woitzik
Telefon: 02 11 / 56 93-223
Telefax: 02 11 / 56 93-294
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können  

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dass heutzutage hauptsächlich zweigeteilte Implantate eingesetzt werden, bei denen der Implantatkörper mit ausgewählten Aufbauteilen (Abutments) für die entsprechende Aufgabe (Fixieren einer Prothese, oder einer Krone) in Funktion gebracht werden? Solche Abutments können  -falls notwendig- ausgetauscht werden. Es gibt aber auch einteilige Implantatformen, bei denen der Aufbau und damit das Funktionselemen bereits integriert ist. Solche einteiligen Implantaten gibt es typischerweise als Kugelkopfimplantate (zur Prothesenverankerung) oder als Pfosten für die Zementierung von Kronen.
Hier finden Sie mehr Infos zum Design von Implantaten .
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Zahnarztbewertungsportale im Internet: verlässlich oder kommerziell?
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Bundeszahnärztekammer und Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin publizieren Kriterienkatalog zu Anforderungen an Online-Portale
Berlin, 24.05.2011 - Online-Bewertungen von Medizinern nehmen an Bedeutung zu. Deshalb haben Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Qualitätskriterien für Online-Portale definiert. n den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche Arztbewertungsportale etabliert, die sich quantitativ und qualitativ stark unterscheiden. Mit wenigen Ausnahmen sind diese Portale kaum in der Lage, Patienten Hilfestellung bei der Suche nach einer guten Praxis oder Klinik zu geben. „Häufig stehen kommerzielle Interessen der Betreiber oder
eher subjektive Faktoren als harte Fakten bei der Bewertung im Vordergrund“, erklärt der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar Oesterreich. „Vor der Frage, wo finde ich einen guten Arzt, steht heute oft die Frage: wie finde ich ein verlässliches Portal? Wichtiger ist es deshalb, allgemein gültige Qualitätsstandards für die Online-Bewertung zu entwickeln. Das Einhalten dieser Standards soll für den Patienten die Verlässlichkeit der angebotenen Information gewährleisten“, so Oesterreich weiter. Patienten benötigen zur Mitwirkung im Gesundheitssystem zuverlässige und verständliche Informationen. Nur gut informierte Patienten können ihr Recht auf freie Arztwahl gezielt nutzen.

Bundeszahnärztekammer und ÄZQ haben die Broschüre „Gute Praxis, Zahnarztbewertungsportale. Qualitätsanforderungen für Zahnarztbewertungsportale“ herausgegeben. Die Druckschrift richtet sich an Anbieter und Nutzer von Bewertungsportalen. Patienten können an Hand der formulierten Kriterien die Qualität eines Angebotes prüfen. Entwicklern und Betreibern von Online-Portalen hilft der Katalog, ihr Angebot zu optimieren. „Damit wurde ein wichtiger Beitrag für die Qualitätssicherung im Interesse der Patienten geleistet. Verlässliche Angebote im Netz können mit dieser Checkliste leichter identifiziert werden“, so Prof. Günter Ollenschläger, Leiter des ÄZQ.

Der Kriterienkatalog „Gute Praxis, Zahnarztbewertungsportale“ ist online eingestellt unter www.bzaek.de. Die Qualitätsanforderungen für Arzt- und Zahnarztbewertungsportale sind auch beim ÄZQ abrufbar:  www.arztbewertungsportale.de

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Tabakkonsum als unterschätzte Gefahr im Mundraum: Wer aufhört belohnt sich selbst
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Berlin, 27.05.2011. Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai erinnert die Bundeszahnärztekammer an die zu oft unterschätzte Gefahr oraler Tumorerkrankungen sowie gravierender Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen durch regelmäßiges Rauchen.

„Die Mundhöhle ist die erste Eintrittspforte der Schadstoffe beim Rauchen. Für Raucher besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen an Lippen, Zunge, den Speicheldrüsen, im Mundraum und im Rachen. Raucher erkranken bis zu sechsmal häufiger an bösartigen Neubildungen in Mund und Rachen als Nichtraucher“, erklärt der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar Oesterreich. „Krebserkrankungen im Mundraum sind besonders lebensbedrohlich. Im Jahr 2008 war Krebs in Mundhöhle und Rachen bei Männern in Deutschland die sechsthäufigste Ursache für einen Krebstod.“

Darüber hinaus sind unmittelbare Auswirkungen des Rauchens für den Patienten z.B. Zahnbetterkrankungen (Parodontitis), Karies und Wurzelkaries sowie vorzeitiger Zahnverlust als Folge des Abbaus des Zahnhalteapparates. Mehr als 70 Prozent der an einer schweren Parodontitis leidenden Patienten sind Raucher. Die schlechtere Wundheilung bei Rauchern verkompliziert zudem kieferchirurgische Eingriffe.

Trotz leichter Rückgänge bleibt Rauchen eines der größten gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung. Deshalb klärt die Bundeszahnärztekammer seit Jahren intensiv zum Thema auf und hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) die Broschüre “Rauchen und Mundgesundheit“ herausgegeben. Diese zeigt die vielfältigen Auswirkungen des Rauchens auf die Mundhöhle und empfiehlt den Zahnarzt als Partner bei der Tabakentwöhnung. In Deutschland gibt es keine vergleichbare Broschüre, die sich so umfangreich mit dem Thema Rauchen und Mundgesundheit befasst. Auf Basis dieser Erkenntnisse wird es demnächst  Aufklärungsmaterial für Patienten in den Zahnarztpraxen geben. „Ein Rauchstopp lohnt sich - und der Zahnarzt kann dabei helfen. Langfristig belohnt sich jeder ehemalige Raucher damit selbst“, so Oesterreich.

Die Broschüre “Rauchen und Mundgesundheit“ ist online abrufbar unter
www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/presse/band13dkfz.pdf 

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Rauchen schädigt nicht nur Lunge, Herz und Blutgefäße, sondern auch Zähne und Zahnfleisch. »Dies macht Rauchen zu einem Risikofaktor nicht nur für frühen Zahnverlust, sondern kann auch den Erfolg einer Versorgung mit Zahnimplantaten beeinträchtigen«, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Implantologie anlässlich des Welt-Nichtrauchertages am morgigen 31. Mai. Eine Fülle wissenschaftlicher Studien belegt, dass Rauchen den Erfolg einer Implantatbehandlung beeinträchtigen kann. So berichtete jetzt beispielsweise eine Forschergruppe um Professor Marco Esposito von der Universität Manchester (UK), dass Raucher binnen fünf Jahren nach einer Implantatbehandlung doppelt so viele Implantate verlieren wie Nichtraucher.

Die Wissenschaftler hatten dazu über 1500 Implantat-Patienten, 1100 Nichtraucher und 549 Raucher, untersucht. Wie sie in der aktuellen Ausgabe des European Journal of Oral Implantology schreiben, betrug die Verlustquote nach fünf Jahren bei Nichtrauchern 2,9 Prozent und bei Rauchern 5,5 Prozent. Andere Studien zeigen eine Verlustrate bei Rauchern von zehn Prozent binnen zehn Jahren.

»Rauchen fördert Entzündungsprozesse im Mund und erschwert die Wundheilung«, erklärt Prof. Dr. Hendrik Terheyden, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie und Chefarzt der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel. Die Schadstoffe im Tabakrauch steigern das Risiko von Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) um das zwei bis sechsfache und können Komplikationen bei der Einheilung eines Implantats verursachen. »Nikotin verengt die Blutgefäße und verschlechtert so die Blutversorgung im Zahnfleisch«, sagt Terheyden. »Dies beeinträchtigt die Wundheilung nach einer Implantation und die Einheilung von Knochengewebe, wenn ein geschrumpfter Kieferknochen vor einer Implantation zunächst aufgebaut werden muss.«

Raucher bleiben Risikopatienten. Auch wenn das Implantat einheilt, bleiben Raucher Risikopatienten. Bei ihnen diagnostizieren die Ärzte häufiger eine so genannte Periimplantitis, eine Entzündung des Gewebes um das Implantat herum. Kann diese nicht gestoppt werden, ist der Verlust der künstlichen Zahnwurzel unausweichlich.

„Bei Rauchern ist die Implantatbehandlung zwar grundsätzlich möglich, wir müssen die Patienten jedoch stets auf das erhöhte Verlustrisiko aufmerksam machen“, betont Terheyden.

Tipps für Patienten. Die Deutsche Gesellschaft für Implantologie hat jedoch auch eine gute Nachricht für Raucher: Wer eine Woche vor einer Implantatbehandlung mit dem Rauchen aufhört und nach der Operation acht Wochen lang auf den Glimmstengel verzichtet, kann sich über Einheilraten freuen, die mit jenen von Nichtrauchern vergleichbar sind. »Nach dieser Zeit sind Patienten auch auf einem guten Weg zum Nichtraucher«, sagt Professor Terheyden. Wer dennoch wieder rückfällig wird, sollte seinen Tabakkonsum unbedingt auf fünf Zigaretten pro Tag beschränken. Hinzu kommen muss eine engmaschige Überwachung der Mundgesundheit im Drei-Monats-Rhythmus, damit Komplikationen frühzeitig erkannt und behandelt werden können.

Hierzu auch das implantate.com-Wiki  "Rauchen und Zahnimplantate".

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Berlin, 20.06.2011 - Jede Patientin und jeder Patient in Deutschland hat einen Anspruch auf eine bezahlbare und qualitativ hochwertige Zahnmedizin – egal ob privat oder gesetzlich versichert. Das, so der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) Dr. Peter Engel und der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) Dr. Jürgen Fedderwitz, ist und bleibt Leitlinie des Berufsstandes der Zahnärzte in Deutschland und gleichzeitig das Ziel des aktuellen Referentenentwurfs für eine Novellierung der GOZ aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG). Dass eine seit 23 Jahren dringend notwendige GOZ-Novelle mit kassenseitigem Säbelrasseln begleitet wird – so Engel und Fedderwitz weiter – sei ein „regelmäßig wiederkehrendes Ritual der Kostenträger, mit dem zu rechnen war.“ Die aktuellen „Rechenbeispiele“ der GKV, die eine „Kostenexplosion“ für Kassen und Patienten suggerieren, verlassen jedoch – so die beiden Zahnmediziner – den Boden der Realität und stellen eine ernsthafte Gefährdung der zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland dar.

Die finanziellen Folgen einer GOZ-Novelle wurden laut Engel im Vorfeld neutral und seriös evaluiert. So geht eine vom BMG in Auftrag gegebene Studie des renommierten BASYS-Instituts von einer finanziellen Mehrbelastung von Privathaushalten von lediglich 2,05 Euro aus – pro Jahr und Patient! „Vor diesem Hintergrund sind merkliche Auswirkungen auf das Preisniveau nicht zu erwarten“, schlussfolgert dementsprechend auch das BMG in seiner Stellungnahme zur GOZ-Novelle.

Die Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung übte heftige Kritik an den Krankenkassen. Ihr Vorstandsvorsitzender, Dr. Jürgen Fedderwitz, sagte: "Das ist ein durchsichtiges Manöver, mit dem die Kassen versuchen, die dringend benötigte neue Gebührenordnung zu hintertreiben. Für GKV-Leistungen wie zum Beispiel Vollgusskronen ist die GOZ überhaupt nicht maßgeblich."

Selbst da, wo gesetzliche Krankenversicherte private Leistungen in Anspruch
nehmen, wird es keine dramatischen Kostensteigerungen geben: Der so genannte Punktwert, mit dem einzelne zahnärztliche Leistungen in der GOZ bewertet werden, ist –  nach 23 Jahren Nullrunde seit der letzten GOZ-Novelle – nicht verändert. Damit bleiben die meisten Leistungsbewertungen ohnehin auch in der neuen Gebührenordnung unverändert.

Das Abrechnungsverhalten der Zahnärzte ist und bleibt auch beim Zahnersatz sehr moderat und wurde nie – wie GKV-seitig behauptet – in irgendeiner Form „missbraucht“, in dem grundsätzlich Maximalwerte – etwa über so genannte mögliche Steigerungsfaktoren – gewählt werden. Fakt ist vielmehr: Die Zahnärzte können die Steigerungsfaktoren nicht willkürlich festlegen, sondern nur anhand der Schwierigkeit des Behandlungsfalles. Gut 75 Prozent der zahnärztlichen Leistungen werden in der Realität von den Zahnärzten als einfacher oder durchschnittlich schwieriger Fall berechnet. Das belegen Untersuchungen zum Umgang mit dem 2005 eingeführten Festzuschusssystem.

Wer – wie aktuell die GKV – gegen Fakten aus der zahnmedizinischen Realität “Zahlenwildwuchs“ über die Medien produziert, handelt nicht nur unseriös, sondern verunsichert Bürgerinnen und Bürger. „Im ungünstigsten Fall“, so Dr. Fedderwitz, „entscheiden sich Patienten aus falscher Furcht vor Mehrkosten gegen notwendige Zahnarztbesuche und –behandlungen. Das ist ein unverantwortlicher, falscher Alarm.“ Laut dem Präsidenten der BZÄK Dr. Engel betreibt die GKV aktuell „finanziell motivierte Patientenverunsicherung pur“. Eine mit einer modernen GOZ realisierbare, präventiv orientierte Zahnmedizin auf hohem Niveau für alle Bürgerinnen und Bürger – egal ob PKV oder GKV versichert – wird so ad absurdum geführt“, so Engel.

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implantate.com ständig wissenschaftlich überprüft und aktualisiert wird, und eigene, anerkannte Stellungnahmen verfasst, die wichtige Informationsbereiche der Zahnheilkunde, wie Zahntourismus und Zahnzusatzversicherungen umfassen?
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