Patientennews

Kuratorium perfekter Zahnersatz: Schmerzen lassen sich vermeiden – Unterfütterung kann helfen

Prothesen verursachen oft große Schmerzen: Druckstellen machen Patienten das Leben schwer und unter dem Prothesenrand klemmen Essensreste fest. „Patienten denken dann oft, die Prothese sei kaputt. Meist hat sich jedoch der Kieferknochen verändert und die Prothese hat die Passform verloren“, sagt Professor Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ).
Vollprothesen liegen lose auf der Schleimhaut auf, sie halten alleine durch die exakte Anpassung. „Mit der Zeit verändert sich der Kieferknochen, diese Atrophie ist oft ganz normal. Sie kann allerdings auch auf Krankheiten wie Osteoporose hinweisen – deswegen sollten Patienten nicht einfach zur Haftcreme greifen, sondern unbedingt mit ihrem Zahnarzt sprechen“, erklärt Lauer.

Im Prinzip ist es, als würde ein zu großer Schuh angezogen – er kann zwar befestigt werden, doch der Fuß hat keinen richtigen Halt und jeder Schritt wird zur Qual. Vergleichbar ist es bei der Prothese, auch sie verliert ihren perfekten Sitz. Und genau wie ein schlechtsitzender Schuh zu Blasen führt, entstehen auch im Mund Druckstellen und unangenehme Schmerzen durch die Reibung.

Viele Patienten befürchten, dass nun eine neue Prothese erforderlich ist. „Das muss nicht sein. Sehr oft kann der vorhandene Zahnersatz mit speziellem Prothesenkunststoff an die neue Kiefersituation angepasst werden“, erläutert Lauer. Der Zahnarzt ist der richtige Ansprechpartner für die so genannte Unterfütterung. Gemeinsam mit dem zahntechnischen Labor sorgt er dafür, dass die exakte Passform wieder zurückgewonnen wird. Dabei wird lediglich die Prothesenbasis der Mundsituation neu angepasst.

Experten-Tipps des KpZ gegen Frust mit der Zahnprothese

Zu viel Speichel: Mit einem neuen Fremdkörper in Ihrem Mund haben Sie vielleicht das Gefühl, Ihre Speicheldrüsen arbeiteten übermäßig. Das ist völlig natürlich und normalisiert sich, sobald Sie sich daran gewöhnt haben, die Prothese zu tragen. Lutschen Sie ein Bonbon (am besten zuckerfrei), dann schlucken Sie öfter.

Druckstellen: Eine Spülung mit warmem Salzwasser lindert die Schmerzen. Sind Druckstellen ein dauerhaftes Problem, sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt. Versuchen Sie niemals, Ihre Zahnprothese selbst anzupassen.

Die Prothese fühlt sich zu groß an: Vor allem in der Anfangszeit entsteht oft das Gefühl, die Prothese sei zu groß oder die Lippen würden nach vorne geschoben. Das lässt nach, wenn Sie sich mehr an Ihren neuen Zahnersatz gewöhnt haben. Tragen Sie Ihre Prothese am besten so oft wie möglich.

Schmerzen beim Kauen: Die Prothesen der modernen Zahntechnik passen sich perfekt an den Kiefer an und sichern hohe Lebensqualität. „Wenn Sie Schmerzen beim Kauen empfinden, lassen Sie auf jeden Fall Ihren Zahnarzt nachschauen, ob eine Unterfütterung oder ein Anpassen der Prothesenzähne vorzunehmen ist“, empfiehlt Professor Hans-Christoph Lauer vom Kuratorium perfekter Zahnersatz.

Das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ)
Die gemeinnützige Vereinigung „Kuratorium perfekter Zahnersatz e.V.“ wurde 1989 gegründet. Ihr Ziel ist es, die Öffentlichkeit neutral, umfassend und fachkompetent über die Bedeutung von Zahnersatz aufzuklären. Auf der Internetseite des KpZ finden Patienten fundierte und ausführliche Informationen rund um Zahnersatz und Zahngesundheit: www.zahnersatz-spezial.de. Auch in Facebook gibt es aktuelle Infos: www.facebook.com/perfekterZahnersatz.

Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 18. April 2013...

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Ötzi hatte schlechte Zähne

Erstmals haben Forscher vom Zentrum für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich gemeinsam mit ausländischen Kollegen an der Mumie Ötzi Paradontitis, Karies und unfallbedingte Zahnverletzungen nachweisen können. Die neusten wissenschaftlichen Resultate geben interessante Hinweise auf das Ernährungsverhalten des neolithischen Mannes aus dem Eis und zur Evolution von medizinisch bedeutenden Zahnkrankheiten.Die neolithische Mumie Ötzi (ca. 3300 v. Chr) zeigt erstaunlicherweise zahlreiche, auch heutzutage noch weitverbreitete Erkrankungen an den Zähnen und dem Zahnhalteapparat. Wie Prof. Frank Rühli, Leiter der Studie, erklärt, litt Ötzi an einer starken Zahnabschleifung, an mehreren Stellen an teilweiser ausgeprägter Karies und hatte einen vermutlich unfallbedingten abgestorbenen Frontzahn.

Obwohl seit über 20 Jahren an dieser bedeutenden Mumie geforscht wird, waren die Zähne kaum beachtet worden. Der Zahnarzt Roger Seiler vom Zentrum für Evolutionäre Medizin der UZH hat nun Ötzis Zähne basierend auf den aktuellsten computertomografischen Daten untersucht und stellt fest: «Der Schwund des Zahnhalteapparates war schon immer eine sehr häufige Erkrankung wie Schädelfunde aus der Steinzeit oder die Untersuchung ägyptischer Mumien zeigen. Ötzi erlaubt uns einen speziell guten Einblick in eine solch frühe Form dieser Erkrankung», erklärt Seiler. Er ist spezialisiert auf die Untersuchung von Zahnerkrankungen in früheren Zeiten.

Fortgeschrittene Parodontitis
Die computertomographischen dreidimensionalen Rekonstruktionen geben einen Einblick in die Mundhöhle des Eismannes und zeigen, wie sehr er unter einer fortgeschrittenen Parodontitis litt. Vor allem im Bereich der hinteren Backenzähne fand Seiler einen Verlust des parodontalen Stützgewebes, der beinahe die Wurzelspitze erreichte. Zwar hatte Ötzi wohl kaum seine Zähne geputzt, die abschleifende Nahrung hatte jedoch viel zur Selbstreinigung beigetragen. Heute wird Paradontitis mit den Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems in Zusammenhang gebracht. Interessanterweise zeigt der Eismann auch Arterienverkalkungen, wofür wie im Falle der Parodontitis in erster Linie seine genetische Veranlagung verantwortlich war.

Dass der Eismann unter Karies litt, ist auf die vermehrt stärkehaltige Nahrung wie Brot und Getreidebrei zurückzuführen, die durch den aufkommenden Ackerbau in der Jungsteinzeit vermehrt konsumiert werden konnte. Dazu war die Nahrung durch Verunreinigungen und den Abrieb der Mahlsteine stark abschleifend, wie die abgeschliffenen Zähne des Eismannes zeigen. Seine unfallbedingten Zahnschäden zeugen wie seine anderen Verletzungen vom rauen Leben in jener Zeit. Ein Frontzahn ist durch einen Schlag abgestorben – die Verfärbung ist noch deutlich sichtbar und ein Backenzahn hat wohl durch einen Kauunfall, vielleicht ein Steinchen in Getreidebrei, einen Höcker verloren.

Literatur:
Roger Seiler, Andrew I. Spielman, Albert Zink, Frank Rühli. Oral pathologies of the Neolithic Iceman, c.3,300 BC. European Journal of Oral Sciences. April 2013. DOI: 10.1111/eos.12037

Ötzi – die älteste Feuchtmumie

Der Mann aus dem Eis – umgangssprachlich Ötzi genannt – ist die älteste Feuchtmumie der Welt. Seit Ihrer Entdeckung im Jahre 1991 haben unzählige wissenschaftliche Untersuchungen stattgefunden. So wurde beispielsweise im Jahre 2007 auch unter Mitarbeit von Frank Rühli die Todesursache von Ötzi, wohl durch inneres Verbluten, nachgewiesen.

Die aktuelle Arbeit fand in Zusammenarbeit mit Andrew Spielmann (New York University College of Dentistry) und Albert Zink (EURAC, Bozen) statt. Sie wurde am Zentrum für Evolutionäre Medizin, Anatomisches Institut der Universität Zürich, durchgeführt und finanziell von der Mäxi Stiftung Zürich unterstützt. Das Zentrum erforscht interdisziplinär die Evolution von bedeutenden menschlichen Erkrankungen.

Letzte Aktualisierung am Montag, 15. April 2013...

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Ab 1. April werden Haus- und Heimbesuche deutlích einfacher: bessere zahnmedizinische Versorgung für 2,3 Millionen Patienten

Berlin, 26. März 2013 – Die zahnmedizinische Versorgung von pflegebürftigen Patienten und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz wird ab dem 1. April deutlich verbessert. Dank einer neuen Position im Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung können Zahnärzte künftig Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen in stationärer und häuslicher Umgebung wesentlich einfacher als zuvor betreuen. Die Neuregelung schließt eine strukturelle Lücke im zahnmedizinischen Leistungskatalog.

Deutschland gilt heute als das Altenheim Europas. Nach Angaben des Europäischen Statistikamtes sind 20,6 Prozent der Deutschen 65 Jahre oder älter. Das ist ein Höchstwert innerhalb der EU. Mit einer alternden Bevölkerung geht auch ein höherer Pflegebedarf einher. Für 2009 weist das Statistische Bundesamt rund 2,3 Millionen Pflegebedürftige aus. Davon befinden sich etwa 750.000 Patienten in stationärer und 1,5 Millionen Menschen in häuslicher Pflege.

„Die Neuregelung ist eine Verbesserung für alle Versicherten, die aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung nicht in die Praxis kommen können“, lobt Dr. Wolfgang Eßer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), die im Dezember 2012 mit dem GKV-Spitzenverband getroffene Vereinbarung. „Eine Versorgungslücke wurde erkannt und geschlossen“, so Eßer weiter.

Grundsätzlich basiert der Leistungskatalog darauf, dass erwachsene Patienten eigenverantwortlich Mundhygiene betreiben, eine Zahnarztpraxis aufsuchen und bei der Behandlung kooperieren können. „Diese Grundannahmen treffen auf Pflegebedüftige und Menschen mit Behinderungen meist nicht zu. Ausgerechnet die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft fielen deshalb bisher durch das Versorgungsraster“, beschreibt Eßer die nun geschlossene Versorgungslücke. „Mit der Neuregelung machen wir einen wichtigen Schritt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.“ Mit der Konvention haben sich die Vertragsstaaten dazu verpflichtet, dass Gesundheitsversorgung für alle Menschen unabhängig von Behinderung oder Pflegebedürftigkeit in derselben Bandbreite, von derselben Qualität und auf demselben Standard erfolgen soll.

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 26. März 2013...

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Prävention periimplantärer Entzündungen durch Prophylaxe

Im Aktionsbündnis gesundes Implantat setzen sich Organisationen der Dentalbranche, Wissenschaftler und führende Fachverlage für die Prävention der periimplantären Mukositits und der Periimplantitis ein. Diese Entzündungen können bis zum Verlust des Implantates führen. Für die Vorbeugung dieser Erkrankungen ist ein strukturiertes Nachsorgekonzeptes bei Implantatpatienten notwendig. Dessen Schwerpunkte formuliert das Aktionsbündnis im vorliegenden Positionspapier. Periimplantäre Entzündungen sind durch einen pathogenen Biofilm induziert. Bei der Periimplantitis handelt es sich um einen inflammatorischen, meist irreversiblen Prozess im Gewebeumfeld eines in Funktion befindlichen osseointegrierten Implantates, der zum Verlust von Stützknochen führt. Periimplantäre Mukositis ist als Vorstufe der Periimplantitis eine reversible entzündliche Veränderung des periimplantären Weichgewebes ohne Knochenverlust.

Prävention schon vor der Implantation: Vorrausetzungen und Risikoeinschätzung

Die Mundhygiene des Patienten muss schon vor der Implantation gut sein. Eine Parodontitis muss zum Zeitpunkt der Insertion ausgeschlossen werden bzw. erfolgreich therapiert sein. Vor der Implantation müssen mundgesunde Verhältnisse geschaffen werden.
Risikofaktoren, die eine Entstehung einer Periimplantitis begünstigen oder die Osseointegration erschweren können, sollten vor der Insertion ausgeschlossen werden, bzw. sollte die Nutzen-Risiko-Abwägung positiv für das Implantat ausfallen. Für die Risikoeinschätzung empfiehlt das Aktionsbündnis die Anwendung des Kölner ABC-Risiko-Score der 7. Europäischen Konsensuskonferenz des BDIZ EDI (http://www.bdiz.de/pdf/koelner_risiko_score_2012.pdf). Nach einem einfachen ABC-System, das visuell ansprechend in verschiedenen Farben dargestellt ist, hat der Behandler damit die Möglichkeit, die anstehende Implantatbehandlung zu bewerten. Dazu gibt es vier Teilbereiche: 1. Anamnese, 2. Lokalbefund, 3. Chirurgie und 4. Prothetik. Jeder Teilbereich erhält eine zusammenfassende Bewertung. In der Gesamtbewertung eines Patientenfalles gilt nach dem Kölner ABC-Risiko-Score: Sind alle vier Teilbereiche mit Grün bewertet, so handelt es sich um einen Patientenfall der Risikoeinschätzung „Always“. Sind mindestens zwei der vier Teilbereiche mit Gelb bewertet, so erfolgt für die Gesamtsituation eine Risikoeinschätzung „Between“ für mittelschwer. Sobald vier Teilbereiche mit Gelb bewertet werden, handelt es sich um einen Patientenfall erhöhten Anspruchs, der mit „C“ für Complex beschrieben wird. Derselbe Sachverhalt ist erfüllt, sobald mindestens zwei der vier Teilbereiche eine Bewertung in Orange und Gelb erfahren haben. Der Kölner ABC-Risiko-Score kann als Gesamt-Score für Befund und Behandlungsplanung verwendet werden, lässt sich in den einzelnen Teilbereichen aber auch getrennt erfassen.

Prävention durch Aufklärung

Der Patient muss präoperativ in der korrekten häuslichen Mundhygiene unterwiesen werden. Potentielle Implantatpatienten müssen vor Beginn der Implantattherapie ausführlich über deren Risiken, Möglichkeiten und Vorteile aufgeklärt werden. Dies schließt neben einer Aufklärung über eine möglicherweise aufgrund von Entzündungen reduzierte Lebensdauer des Implantates auch die Information darüber ein, welcher Pflegeaufwand der Implantate, Suprakonstruktionen und des gesamten Gebisses sowohl in der häuslichen als auch in der professionellen Pflege auf den Patienten zukommt. Der ursächliche Zusammenhang zwischen Erfolg und Misserfolg der Implantattherapie und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sowie intensiver und effektiver Pflege muss dem Patienten bekannt sein. Der Patient muss die Bereitschaft zeigen, abhängig von seinem individuellen Risiko in von seinem Behandler festgelegten Intervallen regelmäßig Termine zu Kontrolluntersuchungen und Prophylaxebehandlungen wahrzunehmen. Die erwarteten Folgekosten für Nachsorge und Pflege sind transparent darzustellen. Patienten mit erhöhtem Risiko für periimplantäre Erkrankungen (wie Raucher und Patienten, die bereits wegen einer Parodontitis in Behandlung waren) müssen über dieses erhöhte Risiko informiert werden. Zur Patienteninformation kann unter anderem die Broschüre „Implantate brauchen Pflege“ der des Aktionsbündnisses gesundes Implantat verwendet werden.

Prävention durch Nachsorge: Anamnese und Befundaufnahme

Bei der regelmäßigen Anamnese durch den Zahnarzt sollten auch allgemeinmedizinische Faktoren und Lebensgewohnheiten erhoben werden.
Im Zentrum der Befundaufnahme steht die Ermittlung erkennbarer klinischer Veränderungen, insbesondere von Entzündungszeichen und Attachmentverlust. Dafür müssen Rötungen oder Schwellungen der Gingiva, oberflächliche und tieferliegende Blutungen (SBI/BOP), Sondierungstiefen und ggf. Lockerungsgrade erfasst und dokumentiert werden. Zusätzlich sollte die Suprakonstruktion auf Lockerung, Frakturen und korrekte Okklusion überprüft werden. Die Ermittlung der individuellen Mundhygiene z.B. anhand des API ist sinnvoll. Bei Zunahme der Sondierungstiefe kann zur weiteren Diagnostik ggf. ein Röntgenbild angefertigt werden.
Diese Befunde ermöglichen zum einen die Diagnose des aktuellen Zustandes, zum anderen geben sie Hinweise auf zukünftige Entwicklungen im Sinne einer Risikodiagnostik. Aus der Zusammenfassung der erfassten Parameter (anamnestisch und klinisch) resultiert die Festlegung eines individuellen bedarfsgerechten Prophylaxeprogrammes, das Frequenz und Intensität häuslicher und professioneller präventiver Maßnahmen beinhaltet.

Prävention durch Nachsorge: Prophylaxe in der Praxis

An schwer zugänglichen Stellen des Implantates und der Zähne kann pathogener Biofilm, der ursächlich für periimplantäre Entzündungen ist, nur in der zahnmedizinischen Praxis vollständig entfernt werden. Zahnmediziner und Prophylaxefachkräfte können dafür auf speziell für die Implantatreinigung entwickelte Produkte zurückzugreifen.
Die Reinigung von Zähnen und Implantaten erfolgt unter Einsatz von Scalern/Küretten, Luft-Pulver-Wasserstrahlgeräten oder Schall-/Ultraschallgeräten. Eine Reinigung der Implantatoberfläche durch Scaler/Küretten und durch Schall- und Ultraschallgeräte ist dabei nur problemlos im Bereich glatter Oberflächen möglich, für die Reinigung von Schraubenwindungen bieten sich zum Beispiel Luft-Pulver-Wasserstrahl-Geräte an. Ggf. können bei bestimmten Befunden weitere adjuvante Therapien erfolgen. Die Ansätze der Ultraschall- und Schallgeräte sowie die Scaler und Küretten sollten aus Kunststoff, Karbon oder Titan bestehen, um die empfindlichen Implantatoberflächen nicht zu beschädigen. Die Zahn-/Implantatzwischenraumreinigung wird unter Zuhilfenahme von Interdentalbürstchen oder Zahnseide vorgenommen. Die abschließende Feinpolitur hemmt die erneute Plaqueanlagerung an den glatten Oberflächen. Professionelle Implantatreinigungen sollen unter Aufsicht des Zahnmediziners und nur durch entsprechend geschultes und qualifiziertes Personal vorgenommen werden.
Für die Information des Patienten über die Prophylaxetermine, seine Implantatversorgung und als Erinnerung an die Notwendigkeit der systematischen Implantatpflege empfiehlt das Aktionsbündnis die Verwendung des ImplantatPasses für Sicherheit und Pflege, der ab März 2013 erhältlich sein wird.
Prävention durch Nachsorge: Häusliche Implantatpflege
Die Patientencompliance ist wesentlich für die Lebensdauer des Implantates und für die Gesundheit der parodontalen und periimplantären Gewebe. Die mechanische Entfernung des Biofilms ist die Basis der häuslichen Mundhygiene. Hierfür steht eine Vielzahl geeigneter Produkte zur Verfügung. Je nach individueller Situation kann die Verwendung einer Zahnbürste mit weichen Borsten, die Reinigung der Zwischenräume vorzugsweise mit Interdentalbürstchen und/oder mit speziell für die Reinigung des Implantates entwickelter Zahnseide und die Anwendung spezieller Einbüschelbürsten empfohlen werden. Patienten sollen außerdem auf den positiven ergänzenden Effekt von antibakteriellen Gelen und Mundspülungen hingewiesen werden. Die Handhabung der häuslichen Mundpflege sollte professionell instruiert und mit dem Patienten eingeübt werden.
Ausblick
Das Aktionsbündnis gesundes Implantat formuliert seine Positionen in der Annahme, dass Prophylaxekonzepte aus der Parodontologie grundsätzlich auch auf die Periimplantitis-Prävention übertragbar sind. Nach Veröffentlichung der ersten Ergebnisse der prospektiven Multizenterstudie zur Prophylaxe periimplantärer Erkrankungen (ein Gemeinschaftsprojekt der Abteilung Präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie der Universität Göttingen, dem Zahnmedizinischen Fortbildungszentrum Stuttgart und der Deutschen Gesellschaft für Dentalhygieniker/-innen e.V.) müssen bislang geltende Empfehlungen möglicherweise überprüft werden.
Mitwirkende an diesem Positionspapier:
Prof. Dr. Johannes Einwag, Priv.-Doz. Dr. Dirk Ziebolz, ZA Christian Berger, Sylvia Fresmann, Prof. Dr. Reiner Mengel, Prof. Dr. Marcel Wainwright, Dr. Björn Eggert, Dr. Christian Rath, Torsten Fremerey, Dr. Brigitte Bartelt, Ulrike Vizethum, Kristin Jahn, ZA Jan-Philipp Schmidt

Kontakt
Aktionsbündnis gesundes Implantat
c/o DentaMedica GmbH
Harkortstr. 7
04107 Leipzig
Tel: +49 (0) 341-99 99 76-43
Fax: +49 (0) 341-99 99 76-39
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Ab 1. April verbesserte zahnmedizinische Versorgung für pflegebedürftige Menschen: ...

Ab 1. April verbesserte zahnmedizinische Versorgung für pflegebedürftige Menschen: "Zahnmedizin muss demografiefest werden"
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b dem 1. April wird die zahnmedizinische Betreuung von Versicherten in stationärer und häuslicher Pflege deutlich einfacher. Darauf weist Dr. Wolfgang Eßer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), anlässlich der Internationalen Dental-Schau (IDS) in Köln
(12. – 16. März 2013) hin. Auf die zusätzlichen Leistungen hatten sich Krankenkassen und Vertragszahnärzte Ende 2012 geeinigt. Für die KZBV ist dies ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden zahnmedizinischen Versorgungskonzept für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung.
Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen beinhaltet ab April eine neue Position für Menschen, die aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung nicht in Zahnarztpraxen kommen können. Zudem wird mit der neuen Regelung das Wegegeld für Zahnärzte angepasst. Bisher wurde die aufsuchende Betreuung häufig nur durch ehrenamtliches Engagement von Vertragszahnärzten gewährleistet.

Mit Blick auf den demografischen Wandel und die wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen erklärt Dr. Wolfgang Eßer: „Die zahn­medizinische Versorgung muss demografiefest werden. Immer mehr Menschen können den Zahnarzt ihres Vertrauens nicht mehr aufsuchen. Parallel dazu nehmen altersassoziierte Erkrankungen wie Parodontitis oder Wurzelkaries zu.

Die mit dem GKV-Spitzenverband getroffene Vereinbarung zur aufsuchenden Betreuung hilft vielen Betroffenen. Auch die Dental-Industrie hat das Problem erkannt und präsentiert hier auf der IDS verbesserte portable Behandlungseinheiten. Die aufsuchende Betreuung ist jedoch nur ein Weg. Wir müssen auch dafür sorgen, dass die Hindernisse abgebaut werden, die Menschen vom Praxisbesuch abhalten. Wir brauchen Barrierefreiheit. Wir haben daher den Gesetzgeber gemeinsam mit anderen Organisationen im Gesundheitswesen aufgefordert, Förderprogramme zum barrierefreien Um- und Neubau von Praxen aufzulegen. Die KZBV berät außerdem auch auf der IDS zu nötigen baulichen Maßnahmen.“

Bereits 2010 hatte die KZBV gemeinsam mit der Bundeszahnärztekammer und zahnmedizinischen Fachgesellschaften das Reformkonzept „Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter“ mit Lösungen für die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der medizinischen Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung vorgestellt. Zum Thema Alters- und Behindertenzahnheilkunde sowie den Neuregelungen für die aufsuchende Betreuung steht Dr. Wolfgang Eßer interessierten Journalisten für Hintergrundgespräche zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich zur Terminvereinbarung an die Pressestelle der KZBV.

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Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zur 35. IDS: Investitionen in Prävention und Fortschritt nicht ...

Berlin/Köln, 11.03.2013 - Gesundheitsversorgung kann nicht nur unter Kostengesichtspunkten diskutiert werden, dies verbiete sich aus ethischen Gründen, erklärt der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel, zum Start der 35. Internationalen Dental-Schau (IDS) in Köln.

„Die Abfolge von Gesundheitssparreformen und die zunehmende Beschränkung der medizinischen Freiberuflichkeit durch Verordnungen, Gesetze, Verwaltungsvorschriften sind zu kurzsichtig gedacht. Bürokratische Strukturen generieren Aufwand, statt bestehende Probleme zu lösen. Dies vor allem zu Lasten der Patientenversorgung“, so Engel. Dabei ist Deutschland technisch und wissenschaftlich auf einem hervorragenden internationalen Niveau, wie die aktuelle IDS demonstriert. Sparverordnungen erschweren den Innovationen allerdings den Weg in die Praxen.
Unverständlich bleibe zudem, dass für die Zahnmediziner immer noch die alte Approbationsordnung Zahnmedizin (AppOZ) mit dem Stand von 1955 gelte, obwohl eine Novellierung seit Jahren angemahnt wird.

Dabei generiere die Zahnmedizin in Deutschland trotz aller Herausforderungen positive Resultate wie die wesentlich bessere Mundgesundheit der Bevölkerung. Zudem stelle die Zahnmedizin einen wichtigen Beschäftigungssektor dar, die Ausbildungsquote Jugendlicher sei hoch, die Wirtschaftsleistung bedeutend. Über 400.000 Menschen arbeiten allein in Deutschland in der Dentalbranche. Die personalintensive Zahnmedizin ist ein wichtiger Arbeitsgeber und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Mit Blick auf die demografische Entwicklung bedarf es zeitgemäßer Versorgungsstrukturen für eine profunde Betreuung und innovativer Therapien sowie der technischen Weiterentwicklung von Medizinprodukten. Hier ist jedoch nicht allein der Zahnmediziner gefordert, sondern vor allem die Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, die handelbar sind.

Die 35. Internationale Dental-Schau findet vom 12. (Fachhändlertag) bis 16. März in Köln statt. Die IDS gilt als globale Leitmesse der Dentalbranche und präsentiert Innovationen in Zahnmedizin und Zahntechnik.

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Der offene Biss kann vermieden werden – trotz Schnuller

Der "offene Biss" kann vermieden werden – trotz Schnuller
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In einer Langzeitstudie der Universität Witten/Herdecke beweist der zahnfreundlich ausgezeichnete Beruhigungssauger Dentistar seine präventiven Qualitäten.
Schnuller sind im Säuglings- und Kleinkindalter beliebt, um Kinder zu beruhigen und leichter einschlafen zu lassen. Und sie können möglicherweise sogar lebensrettend sein, indem sie das Risiko für einen plötzlichen Kindstod reduzieren. Aber leider stören die sogenannten Beruhigungssauger die natürliche Zahn- und Kieferentwicklung.
Das bekannteste Problem ist der so genannte frontal offene Biss. Wie er – trotz Schnuller – vermieden werden kann, zeigt eine beeindruckende Langzeitstudie der Universität Witten/Herdecke.

Professor Dr. Stefan Zimmer ist Lehrstuhlinhaber für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke. Gemeinsam mit seinem Team untersuchte er in einer zweistufigen Langzeitstudie die Gebiss- und Zahnentwicklung bei Säuglingen bzw. Kleinkindern von der Geburt zunächst bis zum 16. Lebensmonat und weiterführend bis zum 27. Lebensmonat. In der wissenschaftlichen Vergleichsstudie beobachteten die Forscher, ob und inwieweit sich unterschiedliche Beruhigungssauger auf die Entstehung eines „offenen Biss" auswirken.

Zum Beginn der Studie wurden mit 129 Säuglingen drei Untersuchungsgruppen gebildet: Gruppe D (Dentistar, Novatex), Gruppe N (NUK, Mapa) sowie die Kontrollgruppe C mit Babys und Kleinkindern, die "schnullerfrei" aufwuchsen.

Ergebnisse und Empfehlung nach 16 Monaten
121 Kleinkinder konnten in die 16-Monats-Analyse einbezogen werden. In Gruppe N hatten 16 von 42 Kindern = 38 Prozent einen frontal offenen Biss entwickelt, in Gruppe D zwei von 42 Kindern = fünf Prozent und in Gruppe C keines der 36 Kinder = null Prozent.
Schlussfolgerung: Die Verwendung von Saugern kann zu einem gehäuften Vorkommen von frontal offenen Bissen bei 16 Monate alten Kleinkindern führen. Im Vergleich zu einem herkömmlich verwendeten Sauger führte Dentistar zu fast keinem offenen Biss, sodass er für Kinder unter 16 Monaten empfohlen werden kann.

Beeindruckende Ergebnisse nach 27 Monaten
Während die 16-Monats-Analyse bereits in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert und deshalb detailliert zitiert werden darf, wartet das erst seit Kurzem vorliegende 27-Monats-Ergebnis noch auf die Publikation. Deshalb kann hier auch vorab nur ein Ergebnis genannt werden, das die Qualität des Dentistar beeindruckend unterstreicht: In der Gruppe N zeigte sich bei 21 von 42 Kindern = 50 Prozent ein frontal offener Biss, in der Gruppe D waren es drei von 45 Kindern = drei Prozent und in der Gruppe C blieb es bei null Prozent.

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Tag der Zahngesundheit 2013: Gesund beginnt im Mund – Zähneputzen macht Schule

Tag der Zahngesundheit 2013: "Gesund beginnt im Mund – Zähneputzen macht Schule"
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Der Tag der Zahngesundheit im September 2013 wird unter dem Motto stehen: „Gesund beginnt im Mund – Zähneputzen macht Schule“. Dieses Aktionsthema bietet unterschiedlichen Institutionen und Organisationen gute Möglichkeiten, interessante Veranstaltungen mit dem Fokus auf vorbildliche Mundgesundheitsmaßnahmen zu entwickeln. „Wenn etwas ‚Schule macht’, bedeutet das im übertragenen Sinn bekanntlich, dass ein guter Gedanke sich durchsetzt, also von vielen aufgegriffen und umgesetzt wird“, erläutert Dr. Uwe Prümel-Philippsen, Vorsitzender des Aktionskreises und Geschäftsführer der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG). „Und genau das trifft für Prophylaxekonzepte in besonderem Maße zu!“ Für den Aktionskreis lag es deshalb nahe, die Institution ‚Schule’ auch direkt herauszustellen.
 
Zähneputzen in der Schule
Auf der zentralen Pressekonferenz zum Tag der Zahngesundheit im September 2013 wird mit Dr. Pantelis Petrakakis der Vorsitzende des Bundesverbandes der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. (BZÖG) referieren und als Praktiker Gegenwart und Zukunft der Kariesprophylaxe in den Schulen beleuchten. Anhand eines erfolgreichen Modellprojektes soll zum einen dargestellt werden, welche Organisationen zusammenspielen sollten, um sinnvolle Mundhygiene-Maßnahmen in Schulen zu installieren, und zum anderen, welche Schulart sich dafür am besten eignet. „Unser Ziel ist nicht, bestehende Zustände zu diskreditieren“, macht Dr. Petrakakis dabei deutlich, „wir wollen im Gegenteil alle ermutigen, von erfolgreichen Konzepten zu lernen.“
 
Lernbegeisterung nutzen
Auch die gesetzlichen Krankenkassen und die Bundeszahnärztekammer begrüßen das Motto als wichtiges Signal: „Kinder im Grundschulalter sind sehr wissbegierig und aufgeschlossen für gesundheitliche Zusammenhänge rund um den eigenen Körper“, sagt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer(BZÄK). „Deswegen ist die Nutzung des Settings ‚Schule’ weiterhin einer der zentralen Ansätze zur Herstellung gesundheitlicher Chancengleichheit.
Gesundheitserziehung zur regelmäßigen Mundhygiene ist ein vergleichsweise einfacher Weg, Selbstverantwortung einzuüben, und eine Möglichkeit, darüber hinaus weitere Botschaften zur Gesundheitsförderung zu vermitteln.“ Das Thema hat an Gewicht gewonnen, seit Medien davon berichteten, dass einige Kindergärten das gemeinschaftliche Zähneputzen aufgrund des organisatorischen Aufwands einstellen. „Mundhygiene sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule ist der wichtigste Grundpfeiler für das Ziel ‚Mundgesundheit ein Leben lang’.“ Hier hätten die Zahnärzte zusammen mit ihren Kooperationspartnern sehr beeindruckende Erfolge zu verbuchen. Dr. Michael Kleinebrinker vom GKV Spitzenverband: „Gesunde Kinderzähne kommen nicht von allein, dazu ist eine Mundhygiene notwendig, die sozusagen von der Pike auf gelernt werden muss. Wir wünschen uns deshalb, dass sich Schulen und Kindergärten auch weiterhin beim Thema Mundhygiene engagieren und das Zähneputzen so verbreitet wie bisher Bestandteil des Schul- bzw. Kita-Alltags bleibt. Wenn der diesjährige Tag der Zahngesundheit hierzu einen Beitrag leisten könnte, würde uns das sehr freuen.“
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Weiches Weizenbrot statt knackiger Äpfel? Kuratorium perfekter Zahnersatz: Schlechte ...

Ein knackiger Apfel, leckere Karotten, ein saftiges Steak – daran möchten viele Menschen nicht einmal denken: Kauen fällt ihnen schwer, für manche ist es sogar schmerzhaft. Die Zahn- und Mundgesundheit beeinflusst die Ernährung und damit die Gesundheit mehr, als es den meisten bewusst ist. „Am besten sollte möglichst bald der Zahnarzt aufgesucht werden“, rät dazu das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ). Weiches Weizenbrot statt Vollkorn und eher Suppe als Fleisch: Wer mit Schmerzen kaut, lässt Bissfestes lieber auf dem Teller zurück. Ganze Lebensmittelgruppen werden dadurch vermieden, schnell kann ein Mangel an Mineralien und Nährstoffen entstehen. „Die Gründe dafür sind ganz verschieden. Oft ist eine Zahnbehandlung nötig oder das Zahnfleisch hat sich entzündet. Häufig liegt es jedoch auch an nicht funktionsgerechten Prothesen, Brücken oder Kronen“, erläutert Professor Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des KpZ.

„Die Kiefersituation verändert sich im Laufe der Jahre. Eine Prothese, die ursprünglich perfekt passte, verliert beispielsweise durch Krankheiten oder starken Gewichtsverlust ihren Halt“, erklärt er. Auch das Altern des Prothesenmaterials kann zu  Funktionsverlusten führen. Daher ist es wichtig, den Zahnersatz regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Die so genannte Atrophie spielt ebenfalls eine große Rolle: Geht ein Zahn verloren, bilden sich Zahnfleisch und die Substanz des Kieferknochens zurück. Ähnlich wie die Muskulatur schwindet, wenn man sich einen Arm bricht und dieser nicht entsprechend bewegt wird. Eine solche Schrumpfung wirkt sich negativ auf den Sitz der Zahnprothese aus.

Seelische Belastung
Nicht nur beim Essen ist das zu spüren. Oft ziehen sich Menschen zurück, möchten beispielsweise nicht in Gesellschaft essen und keine Restaurants mehr besuchen. „Die Zahngesundheit spielt in viele Bereiche mit hinein. Deshalb ist es wichtig, Beschwerden im Mund sofort nachzugehen. Je schneller der Grund gefunden und beseitigt ist, umso besser für die Lebensqualität insgesamt. Das ist nicht nur, aber gerade auch im fortgeschrittenen Alter zu bedenken“, ist Professorin Ina Nitschke überzeugt. Sie ist wie Lauer ebenfalls Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des KpZ und Präsidentin der deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin.
Tipps für mehr Lebensqualität durch gesunde Zähne
Gesunde Ernährung heißt sorgfältig Kauen: Damit verkleinern Sie nicht nur die Nahrung. In der Mundhöhle beginnt der Verdauungsvorgang, indem der Nahrung Speichel zugesetzt wird. „Dazu ist optimal passender Zahnersatz wichtig – deshalb ist er wichtig für die gesamte Gesundheit“, sagt Professorin Ina Nitschke vom Kuratorium perfekter Zahnersatz.

Wer tüchtig kaut, ist geistig fitter: In einer Studie des schwedischen Karolinska-Instituts in Solna und der Karlstad Universität zeigte sich, dass ältere Menschen, denen es schwer fiel, harte Nahrungsmittel zu kauen, wie etwa einen Apfel, auch ein deutlich höheres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen hatten. Dies betraf beispielsweise das Gedächtnis, die Fähigkeit, sich zu entscheiden oder Probleme zu lösen. Ob die Studienteilnehmer mit ihren eigenen Zähnen oder mit Hilfe von Zahnersatz kauten, war für das Ergebnis unerheblich.

Ernähren Sie sich zahngesund: Milch und Milchprodukte versorgen den Körper mit Kalzium. Auch Gemüse, wie Brokkoli, Fenchel oder Grünkohl, stärkt den Zahnschmelz.

Teatime für gesunde Zähne: Das Wachstum von Kariesbakterien bremsen schwarzer und vor allem grüner Tee – natürlich nur, wenn Sie auf den Zucker verzichten. Greifen Sie stattdessen zu Stevia, diesem Süßstoff wird sogar nachgesagt, der Vermehrung des Bakteriums Streptococcus mutans entgegenzuwirken. Wissenschaftlich bewiesen ist das allerdings nicht.

Das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ)
Das 1989 gegründete Kuratorium perfekter Zahnersatz e.V. ist eine gemeinnützige Vereinigung. Ziel ist neutrale, umfassende und fachkompetente Information der breiten Öffentlichkeit über die Bedeutung von Zahnersatz. Auf der Internetseite des KpZ finden Patienten fundierte und ausführliche Informationen rund um Zahnersatz und Zahngesundheit: www.zahnersatz-spezial.de. Auch auf der Facebookseite gibt es aktuelle Infos: www.facebook.com/perfekterZahnersatz

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Bundeszahnärztekammer (BZÄK) will mit der Agneda 2013 die zahnmedizinische Versorgung in ...

Deutschland hat eine zahnmedizinische Versorgung auf hohem Niveau, insbesondere im Bereich der Prävention gibt es deutliche Erfolge. Grund hierfür ist u. a. das duale Krankenversicherungssystem aus GKV und PKV. Damit das so bleibt, muss die Gesundheitspolitik die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen, um das duale Krankenversicherungssystem systematisch zu reformieren.

Denn der demografische Wandel stellt die zahnmedizinische Versorgung vor immense Herausforderungen. Zusätzlich müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, die Freiberuflichkeit der Zahnärzteschaft stärker zu fördern und zu erhalten. Die Ausübung des zahnärztlichen Heilberufs in Selbstverantwortung ist und bleibt Garant für eine professionelle Zahnmedizin und ein intaktes Zahnarzt-Patientenverhältnis.

Die Bundeszahnärztekammer hat mit ihrer „Gesundheitspolitischen Agenda 2013“, die auf der kommenden Vorstandsitzung Anfang März verabschiedet wird, diesbezüglich Ziele formuliert. Im Vorfeld der Bundestagswahlen 2013 wird sie mit allen Parteien in einen sachlichen und fachbezogenen Dialog treten. Unser Gesundheitssystem soll für die nächsten Jahre und Jahrzehnte zukunftsfest werden, damit weiterhin jeder Patient Zugang zu einer hochwertigen zahnmedizinischen Versorgung hat.

Die Forderungen im Einzelnen:
1. Marktwirtschaft statt Planwirtschaft: Duales System aus PKV und GKV reformieren – Wettbewerb und Qualität erhalten

2. Patienten in den Mittelpunkt stellen: Patientenrechte stärken –Bürokratielasten verringern

3. Demografischen Wandel gestalten: Flächendeckende Versorgung sichern – auch für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen

4. Mehr Prävention: Für Kinder unter drei Jahren – für Menschen mit Migrationshintergrund

5. Unterstützen und fördern: Soziales Engagement der Zahnärzteschaft – vor der eigenen Haustür und weltweit

6. Qualität fördern: Approbationsordnung novellieren - Versorgungsforschung ausbauen

7. Junge Zahnmediziner: Ausbildung attraktiv gestalten – Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern

8. Europapolitik: Hohes Qualifikationsniveau sichern - Zahnärztliche Freiberuflichkeit erhalten

9. Freiberuflichkeit: Selbstverwaltung stärken – Reglementierungen vermeiden

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