Patientennews

Behandlungsfehler in 2012: Medizinische Dienste erstellten 12.500 Gutachten – fast jeder dritte Fall bestätigt Fehler

Rund 12.500 Gutachten bei vermuteten Behandlungsfehlern haben die Gutachterinnen und Gutachter der Medizinischen Dienste der Kranken-versicherung (MDK) bundesweit im Jahr 2012 durchgeführt. Etwa jeder dritte Patient lag mit seinem Verdacht richtig. Das geht aus der aktuellen Statistik zur Behandlungsfehlerbegutachtung hervor, die der Medi-zinische Dienst am 15. Mai in Berlin vorgestellt hat.„Patientinnen und Patienten, die vermuten, falsch behandelt worden zu sein, sind auf unabhängigen medizinischen Sachverstand angewiesen. Nur so haben sie eine Chance, ihre Schadensersatzansprüche durchzusetzen. Diesen Sachverstand bietet der MDK. Er schafft mit seinen Gutachten Klarheit und Sicherheit für geschädigte Patienten“, so Dr. Stefan Gronemeyer, Leitender Arzt und stellvertretender Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes (MDS).

12.483 Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern haben die MDK-Gut-achterinnen und Gutachter im Jahr 2012 erstellt. Die Frage „Liegt ein Behandlungsfehler vor?“ bejahten sie in fast jedem dritten Fall (31,5%). Rund zwei Drittel der Vorwürfe, nämlich 8.607 Fälle, richteten sich gegen Kranken-häuser; davon wurden 30% bestätigt. 3.872 Fälle – das ist rund ein Drittel – betrafen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Hier bestätigten die MDK-Gutachter 36% der Fehler-Vorwürfe.

Die meisten Vorwürfe erheben Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit Operationen. Die operativen Fächer Orthopädie/Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie sind besonders betroffen. Danach folgen Zahnmedizin, Innere Medizin und Gynäkologie. „Eine hohe Zahl von Vorwürfen ist aber nicht gleichzusetzen mit einer hohen Zahl tatsächlicher Fehler“, erläutert Prof. Dr. Astrid Zobel, Leitende Ärztin Sozialmedizin des MDK Bayern, der die Daten aller Medizinischen Dienste gemeinsam mit dem MDS ausgewertet hat. „Gemessen an der Zahl der Vorwürfe werden die meisten Fehler in der Pflege, in der Zahnmedizin und in der Gynäkologie bestätigt.“ Bei der Interpretation der Zahlen mahnt Zobel zur Zurückhaltung: „Wir können Fehlerhäufungen in bestimmten Fachgebieten erkennen. Dies erlaubt aber keinen Rückschluss auf die Behandlungsqualität insgesamt, da weder die Gesamtzahl der Behandlungen noch die Zahl aller Behandlungsfehler bekannt sind.“ Laut MDK-Statistik traten die meisten Fehler bei der Wurzelbehandlung der Zähne auf, gefolgt vom Hüft- und Kniegelenksersatz.

Pressekontakt: MDS, Pressestelle, Christiane Grote, Tel. 0201 8327-115, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Weiter Handlungsbedarf bei Verbesserung der Patientensicherheit
Angesichts der Zahl der Behandlungsfehlervorwürfe sieht MDS-Vize Grone-meyer keinen Grund zur Entwarnung. „Die nahezu unveränderte Zahl der Vorwürfe und bestätigten Behandlungsfehler zeigt, dass nach wie vor Hand-lungsbedarf besteht.“ Das kürzlich in Kraft getretene Patientenrechtegesetz habe die Situation der Patientinnen und Patienten bei vermuteten Behand-lungsfehlern nur teilweise verbessert. „Aus Sicht der Patienten bleibt unbefrie-digend, dass das Gesetz keine neue Verteilung der Beweislast zwischen Behandler und Patient gebracht hat“ so Gronemeyer. Er sprach sich dafür aus, dass zumindest in jenen Fällen, in denen ein fachärztliches Gutachten den Behandlungsfehler bestätigt, in Zukunft die Beweislast für den Patienten erleichtert werden sollte. Außerdem forderte Gronemeyer ein bundesweites Behandlungsfehlerregister, in dem die Daten aller Institutionen zusammen-geführt werden sollten, die in die Bearbeitung von Behandlungsfehlern einge-bunden sind. Defizite bestünden zudem in der Umsetzung konkreter Maß-nahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit wie der Anwendung von Checklisten und Teamtrainings.

Hintergrund

Behandlungsfehlervorwürfe werden im MDK durch spezialisierte Gutachter-teams bearbeitet. Die Gutachterinnen und Gutachter des MDK gehen bei einem Verdacht auf einen Behandlungsfehler der Frage nach, ob die Behandlung nach dem anerkannten medizinischen Standard abgelaufen ist. Liegt ein Behandlungsfehler vor, wird außerdem geprüft, ob der Schaden, den der Patient erlitten hat, tatsächlich durch den Fehler verursacht worden ist. Nur dann sind Schadensersatzforderungen aussichtsreich. Auf der Basis des MDK-Gutachtens kann der Patient entscheiden, welche weiteren Schritte er unternimmt. Die MDK-Begutachtung umfasst neben der Beurteilung von Fehlern in der Medizin auch zahnmedizinische und Pflege-Fehler. Die Begut-achtung durch den MDK ist für gesetzlich Versicherte kostenfrei.
Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist der sozial-medizinische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und der Pflegeversicherung. Er ist auf Landesebene als eigenständige Arbeitsgemeinschaft organisiert.
Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) berät den GKV-Spitzenverband in medizinischen und pflegerischen Fragen. Er koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der MDK in medizinischen und organisatorischen Fragen.

Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 16. Mai 2013...

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Kasse muss für Zahnimplantate bei genetischer Nichtanlage nicht zahlen

die Forum-Gemeinschaft auf implantate.com seit 2001 bereits weit über 37000 Fragen und Antworten rund um das Thema Zahn-Implantate beigesteuert hat? Das Forum auf implantate.com ist damit eine der eiifrigsten Gemeinden im Bereich Zahnheilkunde überhaupt.

 

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Fluoride reduzieren Haftkraft von Bakterien an Zähnen

Dass regelmäßiges Zähneputzen Karies vorbeugt, ist kein Geheimnis. Die Zähne werden vor allem durch das Fluorid in der Zahnpasta vor Bakterien geschützt. Doch wie wirkt Fluorid genau? Bekannt ist, dass Fluorid in den Zahnschmelz eingebaut wird und so den Zahn „abhärtet“. Neu hingegen ist, dass Fluorid auch die Kraft beeinflusst, mit der sich Bakterien an Oberflächen anheften. Das haben nun Forscher der Saar-Uni um Physikprofessorin Karin Jacobs erstmals gezeigt. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Langmuir veröffentlicht.Ein Zuviel an Zucker ist nach wie vor der Hauptgrund für Löcher in den Zähnen. Die Bakterien im Mund bauen die Zuckerverbindungen ab und setzen dabei Säuren frei, die den Zahnschmelz angreifen. Vorbeugend hilft hier nur regelmäßiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Das darin enthaltene Fluorid verbindet sich mit dem Zahnmaterial, dem Hydroxylapatit (HAP), und bildet unter anderem Fluorapatit (FAP), das weniger säurelöslich ist als das HAP und den Zahn vor Säureangriffen durch die Mikroben schützen soll. Forscherinnen und Forscher der Saar-Uni um Physikprofessorin Karin Jacobs haben allerdings schon vor einigen Jahren gezeigt, dass Fluorid nicht so tief in den Zahnschmelz eindringt, wie lange vermutet wurde. „Zudem ist dieser Schutzmantel sehr dünn und fragil“, erklärt die Saarbrücker Physikerin weiter. „Ob die bisherige Erklärung der Wirksamkeit von Fluor tatsächlich ausreichend ist, ist daher fraglich und war unsere Motivation zu weiteren Experimenten.“

In einer neuen Studie hat das Team um Jacobs nun zusammen mit Mikrobiologen des benachbarten Universitätsklinikums Homburg untersucht, welche Rolle diese dünne Fluoridschicht bei der Interaktion zwischen Bakterien und Zahnoberfläche spielt. Für ihre Versuche verwendeten die Forscher eigens hergestellte Hydroxylapatit-Plättchen, die dem Zahnschmelz in der Zusammensetzung zwar ähneln, aber eine sehr glatte Oberfläche aufweisen und daher für die hochauflösenden Analysemethoden besser geeignet sind als natürliche Zähne. Die Physiker haben mit Hilfe der Rasterkraftmikroskopie die Haftkraft verschiedener Bakterienarten bestimmt, darunter zwei Karieserreger (Streptococcus mutans, Streptococcus oralis). Es zeigte sich, dass die untersuchten Mikroorganismen – gleich um welche Spezies es sich handelte – an den Oberflächen, die mit Fluorid behandelt worden sind, nur halb so stark haften blieben wie an den unbehandelten Oberflächen.

„Ob dieses im Labor erzielte Ergebnis auch in der Mundhöhle Bestand hat, müssen wir nun noch untersuchen“, kommentiert Jacobs die Ergebnisse. „Interessant ist in jedem Fall, dass Fluorid bakterielle Haftkräfte generell zu schwächen scheint.“ Dieser Effekt könnte künftig zum Beispiel auch dabei helfen, bessere Zahnfüllungen, Zahnersatz und medizinische Implantate zu entwickeln.

Die Studie, die im Rahmen des Sonderforschungsbereiches 1027 „Physikalische Modellierung von Nichtgleichgewichtsprozessen in biologischen Systemen” entstanden ist, wurde unter dem Titel „Reduced adhesion of oral bacteria on hydroxyapatite by fluoride treatment“ im renommierten Journal Langmuir veröffentlicht: dx.doi.org/10.1021/la4008558

Letzte Aktualisierung am Mittwoch, 08. Mai 2013...

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Alles klar mit dem Zahnersatz? Telefon-Sprechstunde des Kuratoriums perfekter Zahnersatz am 28. Mai

heutzutage hauptsächlich zweigeteilte Implantate eingesetzt werden, bei denen der Implantatkörper mit ausgewählten Aufbauteilen ({lex}Abutments{/lex}) für die entsprechende Aufgabe (Fixieren einer Prothese, oder einer Krone) in Funktion gebracht werden? Solche Abutments können  -falls notwendig- ausgetauscht werden. Es gibt aber auch einteilige Implantatformen, bei denen der Aufbau und damit das Funktionselement bereits integriert ist. {lex}Einteilige Implantate{/lex} gibt es typischerweise als Kugelkopfimplantate (zur Prothesenverankerung) oder als Pfosten für die Zementierung von Kronen.

Hier finden Sie mehr Infos zum Design von Implantaten .

 

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Materialverlust schützt Zähne gegen Ermüdungsbruch

Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes in Frankfurt am Main und des Max-Planck Institutes für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben gemeinsam mit Zahntechnikern Belastungsanalysen (Finite-Elemente-Analysen) an menschlichen Vorbackenzähnen durchgeführt. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die sehr häufig auftretenden Schmelzabsprengungen am Zahnhals mit der in unseren industrialisierten Gesellschaften reduzierten Zahnabnutzung im Zusammenhang stehen können. Die zugehörige Studie erscheint heute im Fachjournal PLoS ONE. Unsere Zähne sind uns wichtig und teuer. Dabei stehen heute oft ästhetische Aspekte im Vordergrund. Ein gesundes Gebiss soll strahlend weiße Zahnkronen und möglichst keine Zahnabnutzung aufweisen. Die evolutionäre Geschichte unseres Gebisses lehrt uns allerdings etwas anderes. Eine natürliche Zahnabnutzung als unvermeidbare Folge der Nahrungszerkleinerung und des Lebensraumes begleitet seit Urzeiten die Evolution der Menschen.

„In unseren industrialisierten Gesellschaften finden wir an den Zähnen einen deutlichen Anstieg von Zahnhalsdefekten“, erklärt Dr. Ottmar Kullmer, Spezialist für Evolutionäre Anpassung und Kaufunktion am Senckenberg Forschungsinstitut, und erläutert weiter: „Aufgrund unserer Berechnungen der Kaubelastung gehen wir davon aus, dass regelmäßig wiederkehrende Zugkräfte besonders im Zahnhalsbereich die Ursache für viele der heutigen Schmelzabsprenungen sein könnte.“

Die Forscher benutzten Methoden aus der Ingenieurwissenschaft (Finite-Elemente-Analyse, FEA), nachdem zuvor mit Hilfe einer im Senckenberg Forschungsinstitut entwickelten Software (Occlusal Fingerprint Analyser) die genauen Zahn-zu-Zahn-Kontakte bestimmt wurden. „Die individuellen Zahnkontakte dienten zur möglichst realitätsnahen Computersimulation der Belastungsverteilung beim Zubeißen“, ergänzt Stefano Benazzi, Experte für Zahnanthropologie und funktionale Morphologie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, der die Finite-Elemente-Analysen durchführte. Um die Veränderung des Belastungsmusters in ein und derselben Zahnkrone in unterschiedlichem Abnutzungsalter zu untersuchen, wurden zwei der kleineren Vorbackenzähne, der sogenannten Prämolaren, mit Hilfe ihrer ermittelten Bewegungsdaten im Labor künstlich abgeschliffen. Damit wurde die natürliche Abnutzung nachgestellt und so konnte berechnet werden, wie sich das Belastungsmuster mit dem kontinuierlichen Abrieb von Zahnsubstanz verändert.

In den stärker abgenutzten Zähnen verteilt sich die Belastung wesentlich besser über die gesamte Zahnkrone, so dass die Zugspannungen deutlich reduziert werden. „Die Evolution scheint hier eine durchaus erfolgreiche Kompromisslösung zwischen Materialverlust und möglichst langem Funktionserhalt gefunden zu haben“, schlussfolgert Erstautor Stefano Benazzi. Die Verlängerung unserer Lebensspanne, und die Verringerung der Zahnabnutzung stellen die moderne Zahnmedizin vor die große Herausforderung, die biologische Anpassung und unsere schnelle kulturelle Entwicklung in der Zahnheilkunde zu berücksichtigen, so die Wissenschaftler.

PONE-D-13-02791R1
The Evolutionary Paradox of Tooth Wear: Simply Destruction or Inevitable Adaptation?
Stefano Benazzi, Huynh Nhu Nguyen, Dieter Schulz, Ian R. Grosse,
Giorgio Gruppioni, Jean-Jacques Hublin, Ottmar Kullmer

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BZAEK zum Zahnreport der BEK: Versorgungsforschung soll aufklären, nicht verunsichern

Daten zur Versorgungsforschung können Trends abbilden sowie Lücken und Versorgungsbedarfe aufzeigen. „Kritisch wird es, wenn eine Datenlage fehlinterpretiert wird, mit einem Konvolut an Zahlen die Öffentlichkeit verunsichert wird und politisches Kalkül dahintersteckt“, so der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel.


Die Daten des aktuellen „Zahnreports“, ermittelt aus dem Versorgungsgeschehen, bilden eine solide zahnmedizinische Versorgung auch im Bereich Zahnersatz ab, werden jedoch schlagzeilenträchtig interpretiert. Die Datenlage des Reports selbst zeigt, dass über 70 Prozent der zu versorgenden Zähne sogar bei neuem Zahnersatz nach der Regelversorgung behandelt werden. Der wesentlich geringere Anteil der Zahnersatzbehandlungen geht auf Patientenwunsch über die Regelversorgung hinaus.

Die Eigenleistungen für Zahnersatz stiegen laut Report zwischen 2005 und 2009 sehr moderat, der Privatanteil an den Gesamtkosten legte um einen Prozentpunkt zu. Generell spielen die Material- und Laborkosten im Übrigen mit bis zu 60 - 70 Prozent der Zahnersatzkosten eine entscheidende Rolle, denn neue Technologien, bessere Materialien und höhere ästhetische Ansprüche kosten mehr. Die Interpretation dieser Daten wird weder in einen Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung – Zunahme der Bevölkerungsgruppe zwischen 50 und 75 Jahren, die Zahnersatz besonders benötigen – noch mit der gestiegenen Erwartungshaltung der Patienten gebracht, sondern richtet sich kassenseitig ausschließlich gegen den Zahnarzt. Dabei steht das 2005 eingeführte Festzuschusssystem besonders im Fokus, welches gerade dazu angelegt wurde, eben keinen sozial zu benachteiligen und trotzdem am medizinischen Fortschritt teilzuhaben. Erinnert sei daran, dass vor 2005 ein Patient zur Versorgung mit Implantaten keinerlei Zuschuss seiner Krankenkasse erhielt. Jeder Patient hat Anspruch auf eine solide zahnmedizinische Versorgung. Wer darüber hinaus höhere Ansprüche besitzt und mehr Budget zur Verfügung hat, kann frei entscheiden und gibt in der Regel mehr für anspruchsvollere Versorgungslösungen aus, ohne die Solidargemeinschaft zu belasten. Auch dies belegen die Zahlen des Reports. Mit (gleitenden) Härtefallregelungen, dem Bonusheftzuschuss, einer Zahnzusatzversicherung – welche deutlich zugenommen haben - ist für den Patienten keine Kostenexpansion in Sicht. Die Intention dieser Zahlenfehldeutung ist durchsichtig und unverantwortlich. Sie zielt darauf ab, die Macht der gesetzlichen Krankenversicherung auszubauen und die Entscheidungsfreiheit der Patienten zu Gunsten der Kassen einzuschränken. Der Zahnarzt ist im Rahmen seiner Aufklärungspflicht gehalten, über alle wissenschaftlich anerkannten Versorgungsmöglichkeiten aufzuklären. Der Patient hat heute die Möglichkeit, sich nicht nur eine zweite Meinung bei einem anderen Zahnarzt einzuholen, sondern auch über die Patientenberatungsstellen weitere Informationen zu erhalten.

“Die verbreiteten Folgerungen zur Kostenbelastung der Patienten sind rein politisch motiviert“, so Engel, „hinter der Forderung, private Leistungen kontrollieren zu wollen, wirft die gesetzliche Krankenversicherung ihren Anker zum Geschäftsfeld der PKV.“ Sich im Versorgungsforschungsfeld mit generierten Versorgungsdaten zu bewegen, ist zweifelsohne sinnvoll. Doch anerkannte Forschung setzt Unabhängigkeit aber vor allen Dingen einen verantwortungsvollen Umgang und keinesfalls einseitig motivierte Interpretation voraus. Hier hat der Zahnreport das Klassenziel nicht erreicht.

Letzte Aktualisierung am Mittwoch, 24. April 2013...

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Zahnmedizinische Prävention gemeinsam verbessern

bei sehr großen Lücken im Seitenzahnbereich (mehr als 3 fehlende Zähne nebeneinander) eine Brückenversorgung auf eigenen Zähnen aufgrund der Überlastungsgefahr nicht mehr sinnvoll ist? Hier besteht die Möglichkeit mit Hilfe von Implantaten eine herausnehmbare Prothese zu vermeiden und auf festen Zähnen zu beissen. Mehr im Kapitel Zahnersatz-Alternatven.

 

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Versorgung mit Zahnersatz auf hohem Niveau - Patienten können zwischen einfacher und anspruchsvoller Versorgung wählen

bei Beantragung eines Zuschusses für Zahnersatz (Heil- und Kostenplan) bei der gesetzlichen Krankenkassen dieser immer den gleichen Betrag ausmacht, egal ob Sie sich für ein Implantat, eine Brücke oder einen herausnehmbaren Zahnersatz entscheiden? Das ist dann der sogenannte Festzuschuss. Dieser lässt sich allerdings durch regelmässige Zahnarztbesuche in den letzten 5 Jahren (um 20%) bzw. 10 Jahren (um 30%) steigern.

Mehr zum Thema Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkassen.

 

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Kuratorium perfekter Zahnersatz: Schmerzen lassen sich vermeiden – Unterfütterung kann helfen

Prothesen verursachen oft große Schmerzen: Druckstellen machen Patienten das Leben schwer und unter dem Prothesenrand klemmen Essensreste fest. „Patienten denken dann oft, die Prothese sei kaputt. Meist hat sich jedoch der Kieferknochen verändert und die Prothese hat die Passform verloren“, sagt Professor Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ).
Vollprothesen liegen lose auf der Schleimhaut auf, sie halten alleine durch die exakte Anpassung. „Mit der Zeit verändert sich der Kieferknochen, diese Atrophie ist oft ganz normal. Sie kann allerdings auch auf Krankheiten wie Osteoporose hinweisen – deswegen sollten Patienten nicht einfach zur Haftcreme greifen, sondern unbedingt mit ihrem Zahnarzt sprechen“, erklärt Lauer.

Im Prinzip ist es, als würde ein zu großer Schuh angezogen – er kann zwar befestigt werden, doch der Fuß hat keinen richtigen Halt und jeder Schritt wird zur Qual. Vergleichbar ist es bei der Prothese, auch sie verliert ihren perfekten Sitz. Und genau wie ein schlechtsitzender Schuh zu Blasen führt, entstehen auch im Mund Druckstellen und unangenehme Schmerzen durch die Reibung.

Viele Patienten befürchten, dass nun eine neue Prothese erforderlich ist. „Das muss nicht sein. Sehr oft kann der vorhandene Zahnersatz mit speziellem Prothesenkunststoff an die neue Kiefersituation angepasst werden“, erläutert Lauer. Der Zahnarzt ist der richtige Ansprechpartner für die so genannte Unterfütterung. Gemeinsam mit dem zahntechnischen Labor sorgt er dafür, dass die exakte Passform wieder zurückgewonnen wird. Dabei wird lediglich die Prothesenbasis der Mundsituation neu angepasst.

Experten-Tipps des KpZ gegen Frust mit der Zahnprothese

Zu viel Speichel: Mit einem neuen Fremdkörper in Ihrem Mund haben Sie vielleicht das Gefühl, Ihre Speicheldrüsen arbeiteten übermäßig. Das ist völlig natürlich und normalisiert sich, sobald Sie sich daran gewöhnt haben, die Prothese zu tragen. Lutschen Sie ein Bonbon (am besten zuckerfrei), dann schlucken Sie öfter.

Druckstellen: Eine Spülung mit warmem Salzwasser lindert die Schmerzen. Sind Druckstellen ein dauerhaftes Problem, sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt. Versuchen Sie niemals, Ihre Zahnprothese selbst anzupassen.

Die Prothese fühlt sich zu groß an: Vor allem in der Anfangszeit entsteht oft das Gefühl, die Prothese sei zu groß oder die Lippen würden nach vorne geschoben. Das lässt nach, wenn Sie sich mehr an Ihren neuen Zahnersatz gewöhnt haben. Tragen Sie Ihre Prothese am besten so oft wie möglich.

Schmerzen beim Kauen: Die Prothesen der modernen Zahntechnik passen sich perfekt an den Kiefer an und sichern hohe Lebensqualität. „Wenn Sie Schmerzen beim Kauen empfinden, lassen Sie auf jeden Fall Ihren Zahnarzt nachschauen, ob eine Unterfütterung oder ein Anpassen der Prothesenzähne vorzunehmen ist“, empfiehlt Professor Hans-Christoph Lauer vom Kuratorium perfekter Zahnersatz.

Das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ)
Die gemeinnützige Vereinigung „Kuratorium perfekter Zahnersatz e.V.“ wurde 1989 gegründet. Ihr Ziel ist es, die Öffentlichkeit neutral, umfassend und fachkompetent über die Bedeutung von Zahnersatz aufzuklären. Auf der Internetseite des KpZ finden Patienten fundierte und ausführliche Informationen rund um Zahnersatz und Zahngesundheit: www.zahnersatz-spezial.de. Auch in Facebook gibt es aktuelle Infos: www.facebook.com/perfekterZahnersatz.

Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 18. April 2013...

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Ötzi hatte schlechte Zähne

Erstmals haben Forscher vom Zentrum für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich gemeinsam mit ausländischen Kollegen an der Mumie Ötzi Paradontitis, Karies und unfallbedingte Zahnverletzungen nachweisen können. Die neusten wissenschaftlichen Resultate geben interessante Hinweise auf das Ernährungsverhalten des neolithischen Mannes aus dem Eis und zur Evolution von medizinisch bedeutenden Zahnkrankheiten.Die neolithische Mumie Ötzi (ca. 3300 v. Chr) zeigt erstaunlicherweise zahlreiche, auch heutzutage noch weitverbreitete Erkrankungen an den Zähnen und dem Zahnhalteapparat. Wie Prof. Frank Rühli, Leiter der Studie, erklärt, litt Ötzi an einer starken Zahnabschleifung, an mehreren Stellen an teilweiser ausgeprägter Karies und hatte einen vermutlich unfallbedingten abgestorbenen Frontzahn.

Obwohl seit über 20 Jahren an dieser bedeutenden Mumie geforscht wird, waren die Zähne kaum beachtet worden. Der Zahnarzt Roger Seiler vom Zentrum für Evolutionäre Medizin der UZH hat nun Ötzis Zähne basierend auf den aktuellsten computertomografischen Daten untersucht und stellt fest: «Der Schwund des Zahnhalteapparates war schon immer eine sehr häufige Erkrankung wie Schädelfunde aus der Steinzeit oder die Untersuchung ägyptischer Mumien zeigen. Ötzi erlaubt uns einen speziell guten Einblick in eine solch frühe Form dieser Erkrankung», erklärt Seiler. Er ist spezialisiert auf die Untersuchung von Zahnerkrankungen in früheren Zeiten.

Fortgeschrittene Parodontitis
Die computertomographischen dreidimensionalen Rekonstruktionen geben einen Einblick in die Mundhöhle des Eismannes und zeigen, wie sehr er unter einer fortgeschrittenen Parodontitis litt. Vor allem im Bereich der hinteren Backenzähne fand Seiler einen Verlust des parodontalen Stützgewebes, der beinahe die Wurzelspitze erreichte. Zwar hatte Ötzi wohl kaum seine Zähne geputzt, die abschleifende Nahrung hatte jedoch viel zur Selbstreinigung beigetragen. Heute wird Paradontitis mit den Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems in Zusammenhang gebracht. Interessanterweise zeigt der Eismann auch Arterienverkalkungen, wofür wie im Falle der Parodontitis in erster Linie seine genetische Veranlagung verantwortlich war.

Dass der Eismann unter Karies litt, ist auf die vermehrt stärkehaltige Nahrung wie Brot und Getreidebrei zurückzuführen, die durch den aufkommenden Ackerbau in der Jungsteinzeit vermehrt konsumiert werden konnte. Dazu war die Nahrung durch Verunreinigungen und den Abrieb der Mahlsteine stark abschleifend, wie die abgeschliffenen Zähne des Eismannes zeigen. Seine unfallbedingten Zahnschäden zeugen wie seine anderen Verletzungen vom rauen Leben in jener Zeit. Ein Frontzahn ist durch einen Schlag abgestorben – die Verfärbung ist noch deutlich sichtbar und ein Backenzahn hat wohl durch einen Kauunfall, vielleicht ein Steinchen in Getreidebrei, einen Höcker verloren.

Literatur:
Roger Seiler, Andrew I. Spielman, Albert Zink, Frank Rühli. Oral pathologies of the Neolithic Iceman, c.3,300 BC. European Journal of Oral Sciences. April 2013. DOI: 10.1111/eos.12037

Ötzi – die älteste Feuchtmumie

Der Mann aus dem Eis – umgangssprachlich Ötzi genannt – ist die älteste Feuchtmumie der Welt. Seit Ihrer Entdeckung im Jahre 1991 haben unzählige wissenschaftliche Untersuchungen stattgefunden. So wurde beispielsweise im Jahre 2007 auch unter Mitarbeit von Frank Rühli die Todesursache von Ötzi, wohl durch inneres Verbluten, nachgewiesen.

Die aktuelle Arbeit fand in Zusammenarbeit mit Andrew Spielmann (New York University College of Dentistry) und Albert Zink (EURAC, Bozen) statt. Sie wurde am Zentrum für Evolutionäre Medizin, Anatomisches Institut der Universität Zürich, durchgeführt und finanziell von der Mäxi Stiftung Zürich unterstützt. Das Zentrum erforscht interdisziplinär die Evolution von bedeutenden menschlichen Erkrankungen.

Letzte Aktualisierung am Montag, 15. April 2013...

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