Patientennews

Tipps im Alter: Schlafen zu zweit ja, mit den Dritten aber nicht!

Mundhygiene bei alten Menschen war früher gleichbedeutend mit dem Einlegen der Prothesen in ein Glas mit Wasser und einer mehr oder weniger reinigenden Brausetablette. Selten wurde der Mund mit bakterienhemmenden Spülungen ausgespült, an ein Putzen von Zunge oder der Mundschleimhaut war nicht zu denken. Dabei ist eine Mundhygiene auch bei zahnlosen Menschen sehr wichtig. Sie schützt die Mundschleimhaut u.a. vor Entzündungen und Pilzbefall.

Inzwischen bleiben mehr und mehr eigene Zähne auch im höheren Alter erhalten und diese Patienten werden mit teil- oder festsitzende Prothesen, teilweise sogar auf Implantaten sitzend, versorgt. Diese Art des Zahnersatzes benötigt jedoch zeitaufwendigere Mundhygienemaßnahmen als einfache Totalprothesen bei Zahnlosen. Insbesondere für Menschen in Pflegeheimen, die zudem unter eingeschränkten Fähigkeiten im kognitiven und/oder motorischen Bereich leiden, bedeutet dies, dass das Pflegepersonal bei der Mundhygiene unterstützend mitwirken muss. Wie wichtig ein gesundes Mundmilieu ist, zeigen Studienergebnisse von Wissenschaftlern der Nihon University School of Dentistry in Tokio/Japan.
Neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge schützt eine gute Mundhygiene und Pflege des Zahnersatzes auch vor Atemwegserkrankungen wie einer Lungenentzündung. Die Studienergebnisse zeigen, dass 13% von 48% aller Infektionen in Heimen Lungenentzündungen sind, die eine Hauptursache für eine erhöhte Sterblichkeit von Patienten ab 65 Jahren darstellen. Auf Grundlage der Studienergebnisse empfehlen die Forscher zudem, die Prothesen nachts nicht zu tragen, da sie das Risiko für eine Lungenentzündung, insbesondere bei multimorbiden Menschen mit geschwächtem Immunsystem zusätzlich erhöhen. Die Studie mit dem wurde von den internationalen und amerikanischen Fachgesellschaften (IADR / AADR) im Journal of Dental Research ( JDR ) veröffentlicht.

Quellen:
T. Iinuma, Y. Arai, Y. Abe, M. Takayama, M. Fukumoto, Y. Fukui, T. Iwase, T. Takebayashi, N. Hirose, N. Gionhaku, and K. Komiyama: Denture Wearing during Sleep Doubles the Risk of Pneumonia in the Very Elderly; J DENT RES 0022034514552493, doi:10.1177/0022034514552493
Müller, Frauke: Oral Hygiene Reduces the Mortality From Aspiration Pneumonia in Frail Elders, JDR,Published online before print October 7, 2014, doi: 10.1177/0022034514552494

   

Eismann Otzi hatte Parodontose

Studien mit sehr altem humanoidem Genmaterial wie das vom 5.300-Jahre alten Iceman (Ötzi) werden per definitionem als metagenomische Analysen angesehen, da sie sowohl menschliche DNA als auch Informationen über bakterielle u.a. nicht menschliche genetische Sequenzen enthalten. Diese sind in ihrer Zusammensetzung von großem Forschungsinteresse, da mit ihnen von dem bloßen Vorhandensein von Bakterien auf Erkrankungen geschlossen werden kann.

Wissenschaftler aus dem Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung der Universität Wien und dem Bozner EURAC-Institut für Mumien interessierten sich dabei für die Zusammensetzung der Bakterien, um anhand dieser Datenlage Rückschlüsse auf Krankheiten im Organismus des Ötzi Iceman zu erhalten.

Sie entdeckten in einer 0,1 Gramm-Probe aus dem Beckenkamm des Iceman bakterielle ribosomale RNA der Bakterien Treponema denticola und Porphyromonas gingivalis. T. denticola ist ein den oralen Spirochäten zugehöriges, gramnegatives, obligat anaerobes Bakterium, P. gingivalis ebenfalls gramnegativ und anaerob, beide spielen bei der Entstehung der Parodontitiden eine Rolle. Diese Erkenntnisse bestätigen die Ergebnisse einer Comutertomographie, die im Jahre 2013 gewonnen werden konnten. Ötzi hatte offenbar bakteriell bedingte Zahnprobleme, die Bakterienfunde deuten auf eine Zahnbetterkrankung (Parodontitis) hin. In weiteren Untersuchungen an stieß das Forscherteam um Studienleiter Albert Zink auf Spuren von Clostridien, die unter Luftabschluss anwachsen und Gewebe abbauen können. Zusammengefasst unterstreichen diese Entdeckungen die Möglichkeiten der Wissenschaft, mit Forschungsansätzen wie der metagenomischen Analyse aus vorzeitlichen historischen Proben genaue Hinweise auf Mikroorganismus-assoziierte Erkrankungen zu gewinnen.


Quelle:
Maixner F, Thomma A, Cipollini G, Widder S, Rattei T, et al. (2014) Metagenomic Analysis Reveals Presence of Treponema denticola in a Tissue Biopsy of the Iceman. PLoS ONE 9(6): e99994. doi:10.1371/journal.pone.0099994

   

Platzmangel der Weisheitszähne: Wann sie raus müssen

Die Entfernung der Weisheitszähne (8er) ist einer der häufigsten chirurgischen Eingriffe im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich in Deutschland. Je nach Lage der Zähne gestaltet sich ihre Entfernung mal leichter, mal schwieriger. Doch nicht immer müssen Weisheitszähne entfernt werden. Bevor der Eingriff durchgeführt wird, empfiehlt sich eine Abwägung des Nutzens und der Risiken mit dem Fachmann. Hilfreiche Hinweise, wann Weisheitszahnentfernungen angezeigt sind, gibt die neue Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Medizinischer Wissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V. (AWMF)

Wenn kein Platz im Kiefer ist, nutzt alle Weisheit nichts, denn die Zähne können nicht, oder nur teilweise in die Mundhöhle durchbrechen. Besonders in den Fällen, in welchen die Zähne nur zum Teil durchbrechen können, entstehen Schlupfwinkel für Bakterien, die teilweise schmerzhafte Entzündungen verursachen können. Die Weisheitszähne brechen im Alter von 16 bis sogar 30 Jahren durch. Dabei ist die Anzahl der angelegten Weisheitszähne sehr variabel. Bis zu vier (und manchmal sogar mehr) Zahnanlagen sind möglich. Möglich ist aber die vollständige Nichtanlage der Zähne. Als letzte in der Reihe der großen Backenzähne (Molaren) gelegen, sind Zahnbürsten und andere Zahnpflegehilfsmittel oft zu groß und können oft nur einen Teil des Zahnes erreichen. Zusätzlich stören der Zug der umliegenden Wangenmuskulatur, die Enge der Umschlagfalte und die Nähe des weichen Gaumens. Ein höheres Kariesrisiko ist dann die mögliche Folge.
Bleiben die Zähne im Kieferknochen eingeschlossen, gilt es, die Risiken bei Belassen oder bei operativer Entfernung gegeneinander abzuwägen. Verlagerte oder sehr nah an den Nachbarzähnen liegende Weisheitszähne können nämlich auch eine Gefahr für die umliegenden Strukturen darstellen. Besteht ein erhöhtes Risiko, kann man auch prophylaktisch einen Weisheitszahn entfernen, um Schäden oder Schmerzen vorzubeugen.

Quelle: Leitlinie Weisheitszähne

   

Zahnpasta für Kinder: Fluorid-Menge beachten!

die eigentliche Implantation typischerweise kaum Schmerzen nach sich zieht, da die geschaffene Knochenwunde ja direkt mit dem gewebefreundlichen Implantat wieder versiegelt wird, quasi wie ein Pflaster? Allerdings sind Knochenentnahmestellen (für einen Knochenaufbau) in der Regel für ein paar Tage durchaus schmerzend. Mehr unter  Nach der Implantation: Schmerzen?

...

Weiterlesen...

   

Immer weniger Füllungen - KZBV stellt zentrale Daten zur zahnärztlichen Versorgung vor

der Zahnverlust als Folge eines Schul- oder Arbeitsunfalls auch nach Jahrzehnten noch über die Berufsgenossenschaften abgesichert ist, welche die Kosten auch für eine Implantatbehandlung übernehmen?

 

...

Weiterlesen...

   

Kieferabdruck per Kamera

Der kleine Kamerakopf gleitet über die Zähne, ohne sie zu berühren. Sofort erscheint auf dem Bildschirm ein digitales 3D-Bild, so dass der Patientin der sonst übliche Biss in eine Abformmasse erspart bleibt. „Wir sind sehr stolz, diese Kamera für ein Studienprojekt nutzen zu können“, sagt Prof. Dr. Harald Küpper, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Jena gehört zu den ersten Universitäten in Deutschland, die mit dieser neuen Aufnahmetechnik arbeiten.
„Die Mundhöhle ist, wie der Name schon sagt, ein dunkler, geschlossener Raum und daher optisch schlecht darzustellen“, so Prof. Küpper. Das gesamte Gebiss mit einer einzigen Aufnahme in allen drei Dimensionen zu erfassen, sei nicht möglich. Die neue Kamera mit nur fingergroßem Kopf wird daher vom Zahnarzt in einer fließenden Bewegung in geringem Abstand über die Zähne geführt und erstellt dabei viele Einzelbilder, die sich zu einem 3D-Gesamtbild zusammenfügen lassen.

„Die Kamera- und auch die Rechnerleistungen sind heute so gut, dass das Bild nahezu simultan und in natürlichen Farben auf dem Bildschirm erscheint“, erläutert Prof. Küpper. Für den Patienten ist diese digitale Abformung nicht nur deutlich angenehmer, da bei der konventionellen Methode ein unangenehmer Würgereiz hervorgerufen werden kann. Das Verfahren läuft auch viel schneller ab: Kurz nachdem Dr. Oliver Schäfer die Zähne seiner Patientin im Behandlungsraum der Zahnklinik mit der Kamera erfasst hat, lässt sich mit der dazugehörigen Software ein Designvorschlag für die gewünschte Krone erstellen. Nachdem der Zahnarzt das endgültige Design festgelegt hat, gehen die Daten per Funk zu einer speziellen Schleifmaschine in den Nebenraum. Hier kontrolliert Dr. Eberhard Hofmeister, wie die Krone aus einem Keramikblock geschliffen wird.

Der gesamte Prozess läuft schnell ab. „Für die Patienten bedeutet dies, dass sie lediglich zu einem Termin kommen müssen“, sagt Christian Schwarze, Produktmanager der Firma Sirona, die den Zahnärzten am UKJ die Kamera zunächst als Leihgabe für ein Studienprojekt zur Verfügung gestellt hat. Mehrwöchiges Warten auf das passende Stück entfällt für Patienten ebenso wie der Einsatz von Provisorien, da die Zahnrestauration sofort eingefügt werden kann. Die Kamera misst äußerst präzise und erfasst auch die Gegenzähne, was für einen physiologischen Biss nötig ist. „Das ist wichtig, denn wenn die Verzahnung nicht richtig funktioniert, können bei den Patienten Kiefergelenk-Erkrankungen entstehen, die wiederum teilweise für Kopfschmerzen bis hin zur starken Migräne verantwortlich sind“, erläutert Prof. Küpper.

Die so genannte CAD/CAM-Technologie, die computergestützte Konstruktion und Herstellung von Inlays, Kronen oder kleineren Brücken, sei mittlerweile zum unabdingbaren Lehrinhalt geworden, so Prof. Küpper. Dass sich die rund 60 Studierenden der Zahnmedizin in Jena mit der hochmodernen Technik vertraut machen können, sieht er als deutliche Qualitätssteigerung und Aufwertung des Standorts. „Eine Ausbildung ohne diese innovative Technik ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Letzte Aktualisierung am Montag, 22. Juli 2013...

Weiterlesen...

   

Zahnersatz ist Vertrauenssache

Implantate nur in Ausnahmefällen vor Abschluss des Kieferwachstum eingebracht werden sollen, da sonst die endgültige Implantatstellung nicht sicher abzuschätzen ist?

 

...

Weiterlesen...

   

implantate.com im neuen Gewand

genetisch bedingte Fehlen von einzelnen Zähnen meist die seitlichen Schneidezähne und die 1. kleinen Backenzähne betrifft? Die gesetzlichen Krankenkassen aber in solchen Fällen (einzelne Nichtanlagen) keine besondere Vergütungen für Implantate vorsehen? Erst bei einer generellen Nichtanlage (überwiegende Anzahl) übernehemen die KK  u.U. die Gesamtbehandlung.

 

...

Weiterlesen...

   

HPV-Antikörpertest als Frühwarnsystem für Krebs im Mund-Rachen-Raum

Der Nachweis von Antikörpern gegen Humane Papillomviren des Hochrisiko-Typs HPV 16 könnte in Zukunft dazu beitragen, die Gefahr einer Tumorerkrankung im Mund-Rachen-Raum lange vor Ausbruch des Krebses aufzudecken. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie von Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums, der International Agency for Research on Cancer (IARC) und des amerikanischen National Cancer Institute, die jetzt in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht wurde.Humane Papillomviren stehen nachweislich mit Gebärmutterhalstumoren und anderen Krebsarten des Ano-Genitalbereichs in Verbindung. In den letzten Jahren wird jedoch auch in zunehmendem Maße die Diagnose „Krebs des Mund-Rachen-Raums“ im Zusammenhang mit HPV-Infektionen gestellt – vor allem bei Männern treten diese teilweise virus-bedingten Tumoren gehäuft auf. Unter den Humanen Papillomviren ist der HPV-Typ 16 als besonders gefährlich einzustufen. Sind Antikörper gegen das Protein E6 dieses Virustyps im Blut nachweisbar, besteht ein sehr hohes Risiko, infolge der Virusinfektion Tumoren des Mund-Rachen-Raums zu entwickeln.

Die Früherkennung von Krebs besitzt einen sehr hohen Stellenwert, denn je früher ein Tumor entdeckt wird, desto eher lässt er sich vollständig entfernen und damit der Patient heilen. Michael Pawlita, HPV-Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum, und seine Gruppe verfügen über große Expertise beim Nachweis von Antikörpern gegen Humane Papillomviren. „Unser Labor hat einen speziellen Test entwickelt und ist eine von weltweit ganz wenigen Einrichtungen, die dieses Nachweisverfahren durchführen können“, sagt Pawlita. Mit seinem Test konnten die Studienpartner prüfen, ob sich die Antikörper gegen HPV 16 als Biomarker zur Früherkennung von HPV-verursachtem Krebs des Mund-Rachen-Raums eignen. Paul Brennan, Leiter der Sektion und Gruppe für Genetische Epidemiologie der IARC und Senior-Autor der Studie, zeigt sich begeistert: „Unsere Ergebnisse sind in dieser Hinsicht sehr vielversprechend. Lange wussten wir nicht, ob Antikörper gegen HPV 16 zu einem Zeitpunkt im Blut vorkommen, zu dem noch gar keine klinischen Anzeichen der Krebserkrankung erkennbar sind. Nun haben wir nachgewiesen, dass bereits 12 Jahre vor Ausbruch von Tumoren im Mund-Rachen-Raum Antikörper im Serum auftreten.“ Bisher gab es für diese seltene Krebsart keine derartig präzise Möglichkeit der Früherkennung.

Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie betrifft die Überlebenszeit nach der Diagnose. Patienten mit Mund-Rachen-Tumoren, die Antikörper gegen das HPV 16-spezifische Protein E6 im Blut aufwiesen, haben offenbar eine bessere Prognose als Patienten, bei denen dies nicht der Fall war. Die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach der Krebsdiagnose noch am Leben zu sein, war bei den positiv getesteten Patienten dreimal so hoch.

Für den Antikörper-Nachweis untersuchten die Wissenschaftler Blutproben von knapp 2600 Teilnehmern der EPIC-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition), die zum Zeitpunkt der Blutentnahme noch nicht an Tumoren im Mund-Rachen-Raum litten. Die Untersuchungsergebnisse von knapp 1000 Personen, die in den Folgejahren an dieser Krebsart erkrankten, wurden anschließend denen einer Vergleichsgruppe von rund 1600 gesunden Individuen gegenübergestellt.
Tumoren des Mund-Rachen-Raums zählen zu den eher seltenen Krebsarten. Klassische Auslöser sind starker Tabak- und Alkoholkonsum. In den letzten Jahrzehnten tritt dieser Krebs in etlichen Regionen der Welt, vor allem Europa und Amerika, vermehrt auf. Es ist anzunehmen, dass dieser Zuwachs auf der gestiegenen Zahl von HPV-assoziierten Tumoren beruht. Zudem scheinen veränderte Sexualpraktiken wie Oralverkehr das Auftreten von HPV-assoziiertem Krebs im Mund-Rachen-Raum zu begünstigen. Studien deuten darauf hin, dass bis zu zwei Drittel der Patienten mit dieser Krebsart Antikörper gegen das HPV-Protein E6 gebildet haben,

AR Kreimer et al. Evaluation of Human Papillomavirus Antibodies and Risk of Subsequent Head and Neck Cancer. Journal of Clinical Oncology, 2013. http://dx.doi.org/10.1200/JCO.2012.47.2738

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 09. Juli 2013...

Weiterlesen...

   

Wenn es im Mund brennt - auch Dentalmaterialien können Allergien auslösen

Wunde Stellen, Ekzeme, Brennen im Mund: Oft handelt es sich dabei um eine Allergie. Schätzungen zufolge leidet jeder dritte Deutsche unter solchen Abwehrreaktionen des Körpers. Die Suche nach einer Ursache ist häufig schwierig: Über 20.000 unterschiedliche Auslöser sind bekannt. „Materialien, die bei Zahnersatz verwendet werden, können dazu gehören“, berichtet Professor Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ).  Wunde Stellen, Ekzeme, Brennen im Mund: Oft handelt es sich dabei um eine Allergie. Schätzungen zufolge leidet jeder dritte Deutsche unter solchen Abwehrreaktionen des Körpers. Die Suche nach einer Ursache ist häufig schwierig: Über 20.000 unterschiedliche Auslöser sind bekannt. „Materialien, die bei Zahnersatz verwendet werden, können dazu gehören“, berichtet Professor Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ).  Die moderne Zahnmedizin und Zahntechnik bieten heute viele verschiedene Optionen – von Klebern, Zementen und Abformmaterialien über Kunststoffe und Keramiken hin zu Amalgam, Gold, Titan und Legierungen (Mischungen verschiedener Metalle). „Es kommt vor, dass ein Patient bis zu zwanzig verschiedene Materialien im Mund hat. Dadurch erhöht sich das Risiko einer allergischen Reaktion“, sagt Professor Jürgen Geis-Gerstorfer, der wie Lauer dem wissenschaftlichen Beirat des KpZ angehört. Der Experte für dentale Materialien leitet die Sektion Medizinische Werkstoffkunde und Technologie am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen.
„Meine Nickelallergie ist viel schlimmer geworden. Liegt das möglicherweise an den Metallsteckverbindungen meines neuen Zahnersatzes?“, wollte kürzlich ein Patient wissen. Nickel hat tatsächlich eine hohe allergene Potenz, sehr viele Menschen reagieren darauf. Lauer: „Der behandelnde Zahnarzt ist bei solchen Fragen wichtiger Ansprechpartner. Er kann Auskunft darüber geben, welche Werkstoffe in welchem Anteil für die Legierung eingesetzt wurden.“
Wichtig: Informationen über verwendete Materialien aufbewahren
Allergiker sollten ihre Zahnarztpraxis vor einer Therapie über kritische Materialien oder Medikamente in Kenntnis setzen. Da Zahnersatz Jahre und oft sogar Jahrzehnte im Mund verbleibt, raten die Experten des KpZ außerdem, Informationen über den Zahnersatz gut aufzuheben. Die verwendeten Materialien sind in der so genannten Konformitätserklärung aufgeführt. Zahnärzte sind verpflichtet, sie ihren Patienten bei einer Versorgung mit Zahnersatz am Ende der Behandlung auszuhändigen. „Der Zahnarzt kann dann bei nachfolgenden zahntechnischen Arbeiten nachvollziehen, welche Materialien bereits eingesetzt sind“, erklärt Geis-Gerstorfer. Er empfiehlt, das Thema Materialien vor einer Therapie offen mit dem Zahnarzt zu besprechen. Tipps rund um Zahnersatz und Allergien
Brennen im Mund: Wenn es im Mund zu brennen scheint, sprechen Fachleute von Glossodynie oder vom Burning Mouth Syndrome (BMS). Fünf Prozent der Deutschen kennen das Problem, schätzen Ärzte. Hintergrund kann auch eine Allergie auf Dentalmaterialien, Nahrungsmittel, Zahnpasta oder Mundwasser sein.
Keramik ist sehr gut verträglich. Vollkeramik sieht dem natürlichen Zahnschmelz täuschend ähnlich und gilt als besonders bio-kompatibel. Allergien gegen das körperfreundliche Material sind keine bekannt. Keramik kann als Inlay, Onlay/Teilkrone, Vollkrone oder für Brücken verwendet werden – sogar Implantate sind möglich.
Konformitätserklärung gibt Patienten Auskunft und Sicherheit. Konformitätserklärung – ein Zungenbrecher, der das Leben leichter macht: In diesem Dokument sind Details der verwendeten Dentalmaterialien aufgeführt. Besonders wichtig ist das beispielsweise dann, wenn später einmal weitere Versorgungen aus metallischen Werkstoffen anstehen: Legierungen (Mischungen verschiedener Metalle) können sich elektro-chemisch unterscheiden. Entsteht im Mund ein „Metallmix“, kommt es möglicherweise zu Unverträglichkeiten. Mit der Konformitätserklärung können Patienten, Zahnarzt und Dentallabor gemeinsam die optimale Versorgung planen.

Gut informiert über Zahnersatz: Interessantes und Wissenswertes rund um Zahnersatz bietet das Patientenportal des Kuratoriums perfekter Zahnersatz: www.zahnersatz-spezial.de. Aktuelle Meldungen finden Interessierte außerdem auf der Facebook-Seite des KpZ: www.facebook.com/perfekterZahnersatz
Telefonische Sprechstunde: Persönliche Fragen zu Zahnersatz und Mundgesundheit beantwortet das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ) wieder am Tag der Zahngesundheit, 25. September 2013 von 17 bis 19 Uhr. Für zahnmedizinische Fragen gilt die Telefonnummer 069/ 665586-44, für zahntechnische Fragen die 069/ 665586-55 (Anrufe zu den üblichen Festnetzkosten).

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 09. Juli 2013...

Weiterlesen...

   

Seite 3 von 21

top